Verkaufsautomaten in Stuttgart: Startups vorn

Verkaufsautomaten in StuttgartEin neuer Drogerie-Verkaufsautomat befindet sich in Terminal 3 des Stuttgarter Flughafens. Foto: Care´y On

Verkaufsautomaten in Stuttgart breiten sich immer mehr aus. Startups sehen Marktlücken und nutzen ihre Chance – wie zuletzt am Flughafen.

Dort, wo der Einzelhandel an seine Grenzen stößt, oder Kundenwünsche nicht erfüllen kann, tauchen immer mehr von ihnen auf: Spezielle Verkaufsautomaten haben sich in den vergangenen Monaten in Stuttgart ausgebreitet. Von den meisten Snack- oder Getränkeautomaten unterscheiden sie sich deutlich: durch eine komplett andere und teilweise größere Produktpalette sowie durch große Touchscreen-Displays und einfach Bedienung, die dem Kunden eine größeren Komfort bietet. Meist stecken junge Startups  hinter den Geräten, die eine Marktlücke entdecken und hier die Tauglichkeit testen.
Jüngster Zuwachs ist ein Drogerie-Automat am Stuttgarter Flughafen. In Terminal 3 in der Nähe von Gate 310 steht das Gerät, das Deos, Tampons, Zahnpasta, aber auch Damenstrümpfe und mehr anbietet – alles in Reisegröße, damit es ins Handgepäck darf. „Care´y On“ prangt auf dem Automat, ein Kunstwort aus den englischen Wörtern „carry-on“ (Handgepäck) und „care“ (Pflege), und ist der Name der Firma der Stuttgarter Dimitri Tokouzbalidis, Sumit Kumar und Christoph Mohring.

Verkaufsautomaten in Stuttgart als Angebotsergänzung

Die drei sind beruflich viel unterwegs und daher oft an Flughäfen. Die Geschäftsidee entstand deshalb aus den eigenen Erfahrungen, mal wieder etwas beim Packen vergessen zu haben. Und Ersatz am Airport zu bekommen, ist oft aussichtslos. „Unsere Produktpalette überschneidet sich nicht mit dem Angebot im Duty-Free-Shop“, erklärt Tokouzbalidis im Gespräch. „Das war uns wichtig, wir wollen keine Konkurrenz dazu sein, sondern sehen uns als dessen verlängerten Arm.“

Ihre Nische gefunden hat auch das Startup Smark, das die Kesselkiste im Hauptbahnhof sowie das Kessellädle in der Bebelstraße im Stuttgarter Westen betreibt und darüber regionale und nachhaltige Lebensmittel rund um die Uhr verkauft. In der Weißenburgstraße im Stuttgarter Süden hat Landwirt Wilhelm Maier im vergangenen Jahr einen Hofladen mit 24-Stunden-Verkaufsautomaten für seine eigenen Produkte eröffnet. Edeka liefert zudem ganze Einkäufe an seine Box im Hauptbahnhof.

Die Verkaufsautomaten in Stuttgart funktionieren und auch der Einzelhandelsverband Baden-Württemberg sieht den Trend positiv: „Solche Verkaufsautomaten sind aus unserer Sicht eine sinnvolle Ergänzung zum stationären Einzelhandel und ein wertvoller Beitrag zur Nahversorgung. Der Konsument kann auf dem Nachhauseweg, oder nach Geschäftsschluss schnell und ohne unnötigen Aufwand in seinem Wohnviertel das nötigste holen“, sagt Geschäftsführerin Sabine Hagmann.

Stuttgarter Flughafen als idealer Testort

80 verschiedene Artikel bietet der kleine Drogerie-Automat am Flughafen, „von Kopf bis Fuß ist für alles ein Produkt dabei“, sagt Tokouzbalidis. Vorerst soll der Automat sechs Monate stehen und getestet werden. Der Stuttgarter Flughafen sei der ideale Ort dafür, weil es hier viele Geschäftsleute mit kleinem Gepäck gäbe. Läuft der Test erfolgreich, könnte der Automat langfristig bleiben oder ein zweiter aufgestellt werden. Eine Ausweitung auf andere deutsche Flughäfen, mit denen die drei Geschäftspartner im Austausch stehen, ist das langfristige Ziel, denn vergleichbare Automaten gibt es auf den großen deutschen Airports seines Wissens nicht. Auch auf Kreuzfahrtschiffen oder in Hotels könnten solche Automaten das Angebot erweitern.

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