Singa baut Startups von Flüchtlingen auf

Startups von FlüchtlingenEssen aus der Heimat - ein Klassiker für Gründungsideen unter Flüchtlingen. Foto: Social Impact Lab

Afghanische Lebensmittel, Upcycling-Taschen, Parfums inspiriert von Damaskus. Mithilfe von Mentoren wie Amelie Hübner, Peter Schumacher und anderen baut das Singa Business Lab in Stuttgart Startups von Flüchtlingen mit auf.

„In Damaskus ist es warm, dort benutzt man viel Parfum“, sagt Kriker Masab und lacht. In der syrischen Hauptstadt ist Kriker Masab schon drei Jahre nicht mehr. Er musste fliehen und wohnt heute mit seiner Frau und den beiden Kindern in Stuttgart. Um seine Flucht soll es an diesem Abend an der Merz Akademie aber gar nicht gehen – sondern um die syrische Parfumkultur. „Den ganzen Tag über wird durchgewechselt.“

Masab hat einige Düfte mitgebracht, in bunten Fläschchen mit goldenen Verzierungen sind die Flüssigkeiten auf einem Tisch aneinandergereiht. Sandelholz, Lavendel, Bergamotte. Die Liste an Aromen ist lang. Das besondere an den Fläschchen: Alle wurden sie von Masab selbst zusammengestellt. Unter dem Namen Perfüme Jasmine möchte er sie verkaufen, die Grundzutaten werden vorab für jede Person individuell gemischt.

Startups von Flüchtlingen machen ein Stück Heimat zum Geschäft

Der Syrer ist einer von vielen Neu-Stuttgartern, die beim Singa Business Lab mitgemacht haben, einer Start-up-Hilfe für Geflüchtete. An diesem Abend werden die erarbeiteten Konzepte vorgestellt – und teilweise auch schon getestet. Wie die Parfums von Masab und das Essen von Zina Aljnidi. Die 41-Jährige ist in Syrien geboren, hat im Libanon gelebt und als Französischlehrerin gearbeitet. Ihre Idee: ein libanesisches Restaurant in Stuttgart zu eröffnen. Ihre Kochkünste hat sie schon unter Beweis gestellt, in Dinner Clubs etwa oder durch Cateringaufträge im Wizemann.Space und im Kulturkabinett in Bad Cannstatt.

Durch den Abend in der Merz Akademie führen Amelie Hübner und Peter Schumacher. Die beiden haben das Lab in Stuttgart gegründet, nachdem sie gemeinsam an der Social Innovation Academy in Uganda gearbeitet haben. Ihre Aufgabe dort: Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei helfen, eigene Sozialunternehmen zu gründen und Jobperspektiven zu schaffen. „Danach wollten wir nicht mehr zurück in unsere alten Jobs und Strukturen“, sagt Hübner. Auf die weltweite Initiative Singa aufmerksam geworden, haben sie und Schumacher schließlich begonnen, den Hub auch in Stuttgart zu etablieren – im Social Impact Lab an der Merz Akademie im Stuttgarter Osten.

Ideenwerkbw.de Newsletter

Einmal pro Woche die neuesten Startup-News!

NEWSLETTER