Pilzpaket zaubert ökologisch mit Kaffeesatz

PilzpaketRalph Haydl mit einer Packung, aus der die Pilze bereits sprießen; Foto: Pilzpaket

Manche wollen aus  Kaffeesatz die Zukunft lesen – die meisten werfen  weg,  was in der   Kaffeemaschine zurückbleibt. Der  Startup-Unternehmer Ralph Haydl von Pilzpaket  lässt aus Abfall Leckeres   entstehen.  

Bei der  Tisch und Tafel, der   regionalen Messe für Genuss und Wohnkultur, auf der am 23. und 24. April auch eine ganze Reihe regionaler Startups aus dem Lebensmittelbereich ausstellen, präsentiert  der 35-Jährige seine  Idee für eine sinnvolle Zukunft von Kaffeesatz. Es sind  „Pilzpakete“, die sich jeder nach Hause  schicken lassen kann, um  auf dem Fensterbrett  Edelpilze zu züchten.
Als  Nährboden für seine Pilze verwendet Ralph Haydl Kaffeesatz, den er sich  aus Müllanlagen in seiner Heimat rund um Nürnberg besorgt. Unter diese Abfallreste  mischt er Sporen von Edelpilzen, zum Beispiel vom Rosenseitling. Der Speisepilz wächst normalerweise auf Holz. Aber auch auf dem Kaffeesatz fühlt sich der Rosenseitling  wohl. Ralph Haydl stellt kleine Päckchen aus Kaffeesatz und Pilzsporen zusammen. Die werden  in Folie verpackt und kommen in die Wärmekammer. Hier sprießen die ersten Pilzfäden, die den Kaffeesatz später dann zusammenhalten. „Der ist nicht mehr so porös wie am Anfang“, erklärt der 35-Jährige, „wenn alles  komplett durchwachsen ist, kann das Substrat im Pilzpaket verschickt werden.“ Gerade  Industrienationen, sagt er,  müssten „zukunftsfähige Methoden entwickeln“, um mit den vorhandenen Ressourcen so  wirtschaften zu können, dass auch die Kinder eine Zukunft hätten.

Pilzpaket will etwas ökologisch Sinnvolles tun

Sein 2012 gegründetes Start-up-Unternehmen verschickt mittlerweile täglich etwa zehn Pilzpakete zum Preis von 14,90 Euro (ohne Versand) an Pilzliebhaber. Im Angebot sind bei ihm unter anderem  Zitronenseitlinge, Austernseitlinge und Austernpilze aus Florida.
Per Post kommt das Pilzpäckchen ins Haus. Man reißt die Packung auf – und schon beginnt das Wachstum.  Wichtig ist die regelmäßige Befeuchtung mit Wasser. Stimmt die Nässe,  können die Pilze nach etwa zehn Tagen geerntet werden. Wer  noch das alte Substrat mit frischem Kaffeesatz ansetzt, darf sich über  eine Zusatzernte freuen.
Im Supermarkt mögen die Pilze billiger  sein, doch bei seinen Kunden spiele der Preis nicht die entscheidende Rolle, sagt Haydl: „Sie wollen den Pilzen beim Wachstum zuschauen und etwas ökologisch Sinnvolles tun.“

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