otegoDas Team von otegeo, zweiter von links unser Gesprächspartner Frederick Lessmann; Foto: otego

Ende September findet in Karlsruhe das CODE_n new.New Festival statt – initiiert vom Stuttgarter IT-Dienstleister GFT Technologies. Hier  Interviews mit  einigen Finalisten des Startup-Wettbewerbs. Heute: otego aus der Technologieregion Karlsruhe.


otego feiert als junge Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ganz klar ein Heimspiel beim Innovationsfestival von CODE_n. Hinter dem Startup stehen vier begeisterte Gründer: Frederick, Silas, André und Matthias stecken ihr ganzes Herzblut in den Erfolg der otego-Idee. Eine bunte Mischung sind sie allemal, denn hier arbeiten zwei Physiker, ein Chemiker sowie ein Wirtschaftsingenieur zusammen und ergänzen sich so ideal. Und das müssen sie auch – denn es gilt, an zahlreichen Schrauben gleichzeitig zu drehen. Ziel von otego ist die Produktionsautomatisierung von gedruckten, thermoelektrischen Generatoren zur Energieerzeugung aus Wärme. Die elektrischen Schaltungen werden bereits heute auf ultradünne Folien gedruckt. Wärme gibt es überall – oft sogar viel mehr als eigentlich benötigt wird – das Startup macht daraus Strom. Unter den 385 Bewerbungen des diesjährigen CODE_n Startup-Wettbewerbs hat es otego mit dieser Idee unter die Top 52 Finalisten geschafft und wird im September beim CODE_n new.New Festival im Cluster „Photonics 4.0“ mit dabei sein, das TRUMPF als Pate unterstützt. Energiegeladen war auch otego CEO Frederick Lessmann im Gespräch mit Anja Ebert von CODE_n.

Frederick, wie würdest Du Dein Startup in einem Satz – mit maximal zehn Wörtern – beschreiben?
Wir können aus einer Wärmequelle eine Stromquelle machen.

Und was steckt hinter Eurem Firmennamen?
otego steht für „Organische ThermoElektrische GeneratOren“ – hergestellt aus organischen Halbleitermaterialien, oder einfacher formuliert: aus elektrisch leitfähigen Kunststoffen

Ihr seid also im Energiesektor tätig. Welches Problem löst Ihr denn konkret?
Wir hatten einfach genug vom ständigen Batteriewechseln. Immer mehr Kleingeräte sind heutzutage vernetzt und benötigen eine permanente Stromquelle. Die dafür fast ausschließlich eingesetzten Stromlieferanten sind Batterien oder Akkus – das wollen wir ändern. Wusstest du, dass jeder von uns im Schnitt 20 Batterien pro Jahr wechselt? Tendenz steigend. Mit unserem nur würfelzuckergroßen, thermoelektrischen Generator werden Wärmequellen zu kleinen Stromquellen und können zahlreiche, kleine Stromverbraucher energieautark versorgen. Der Batteriewechsel oder das Akkuaufladen werden so überflüssig.

Und was macht eure Geschäftsidee einzigartig?
Konventionelle thermoelektrische Generatoren (kurz: TEGs) sind sehr teuer, da seltene und giftige Materialien in aufwendigen Herstellungsprozessen verarbeitet werden. Die otego-Technologie nutzt erstmals neuartige organische Materialien, die kontinuierlich auf schnelllaufenden Druckmaschinen verarbeitet werden. Das Ergebnis sind kostengünstige, variable und elastische TEGs mit vollkommen neuen, thermischen und elektrischen Eigenschaften – nicht giftig und gerade mal so groß wie ein Zuckerwürfel.

Otego spricht von einem technologischen Durchbruch

Otego Usecase

Das klingt nach einem technologischen Durchbruch. Wie sieht es denn im Vertrieb aus: Wer kauft Euer Produkt, welche Zielgruppe sprecht Ihr an?
Unser Produkt kann überall dort eingesetzt werden, wo eine zuverlässige Wärmequelle zur Verfügung steht. Das können zum Beispiel heiße Abgase sein, die Heizung oder auch der menschliche Körper. Unsere Zielgruppe sind ganz klar die Hersteller von elektrischen Kleingeräten wie Heizungsventilen oder Fitnessarmbändern. Dank otego können sie ihren Kunden komfortable, energieautarke und somit umweltfreundliche Produkte anbieten. Darüber hinaus gibt es in der Industrie im Übrigen eine wachsende Zahl drahtloser Sensoren, die ebenfalls dringend eine energieautarke Stromversorgung benötigen.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Ihr aktuell?
Das Kernteam besteht aus uns vier Gründern – tatkräftig unterstützt durch sechs studentische Mitarbeiter.

Ihr habt Euren Firmensitz auf dem Campus des Karlsruher Instituts für Technologie – warum habt Ihr Euch für diesen Standort entschieden?
Hier im Herzen der Technologieregion Karlsruhe entstand die wissenschaftliche Grundlage unserer Geschäftsidee und hier bieten sich uns nun auch die besten Voraussetzungen, um aus der Idee das Produkt zu entwickeln.

Hand aufs Herz: Was hat Euch letztlich dazu bewegt, eine Firma zu gründen?
Eigentlich haben wir zunächst rein wissenschaftlich an dem Thema gearbeitet. Als die Forschungsergebnisse dann aber so überzeugend waren und die Bandbreite in der Anwendbarkeit offensichtlich wurde, war die Entscheidung zur Gründung eines eigenen Unternehmens schnell getroffen.

Und wo geht die Reise hin – wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?
In fünf Jahren wollen wir der führende Hersteller für thermoelektrische Lösungen sein und maßgeblich dazu beitragen, dass möglichst viele Kleingeräte komfortabel und wartungsfrei betrieben werden können.

Wir drücken die Daumen! Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Gespräch, Frederick.

 


Version 3


Der Profilbogen

Mein Name ist Frederick Lessmann, Gründer von otego.

Ich bin aktuell 28 Jahre alt.

Der Morgen beginnt üblicherweise mit einem Kaffee inklusive einem Schuss Milch.

Inspirationen hole ich mir beim Reisen durch die Weltgeschichte.

Mein Arbeitstag hat in der Regel gesetzeskonforme 10 Stunden.

Abschalten kann ich am besten beim Musikhören.

Gelernt habe ich, nie mit dem Lernen aufzuhören.

Ich bin Unternehmer, weil ich selbst entscheiden kann, was ich bewege.

Meine Vision ist es, die Weltraumtechnologie „Thermoelektrik“ auf die Erde zu bringen.

Wenn ich nicht arbeite, findet man mich hier: Auf dem Meer.

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