Kapital für Innovation in Baden-Württemberg 2017

Kapital für Innovation in Baden-WürttembergDer Campus für Medizintechnologie in Mannheim ist ein von der L-Bank finanziertes Innovationsprojekt. Foto: Medtech Mannheim

Was steckt in der aktuell vorgestellten L-Bank-Bilanz an Fakten über das Kapital für Innovation in Baden-Württemberg? Hier ein kurzer Überblick.

Gründerförderung: Der Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zu 2016 auf 660 Millionen Euro sei  angesichts der guten Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosigkeit durchaus überraschend, sagte der L-Bank-Chef Axel Nawrath bei der Vorlage der Bilanzzahlen für 2017: „Das Gründungsgeschehen in Baden-Württemberg ist sehr intensiv und sehr nachhaltig.“Es werde im Vergleich zu anderen Standorten wie Berlin oft unterschätzt: „Eine Gründung muss nicht immer digital sein. Ich freue mich auch über eine neue Eisdiele – das muss nicht gleich eine Ausgründung aus dem Karlsruher Institut für Technologie sein“, sagte Nawrath. Das Programm „Startfinanzierung 80“, wo es zinsverbilligte Darlehen mit einer achtzigprozentigen Bürgschaft gibt, übertraf das bisherige Rekordjahr 2015.

Startup-Bereich: Die L-Bank sei auch im Start-up-Bereich verstärkt aktiv, sagte Nawrath und nannte als Beispiele einen neuen Risikokapitalfonds, der inzwischen beim zweiten so genannten „Closing“ ein Zeichnungsvolumen von 50 bis 60 Millionen Euro erreicht habe, oder ein  Angebot zur Crowdfinanzierung, wo Gründer beim allgemeinen Publikum Geld einsammeln können, das durch einen L-Bank-Kredit ergänzt wird. Details nannte Nawrath zur Mikrokredit-Plattform. Es habe 300 000 Klicks gegeben, 230 Anfragen und intensive Beratungen. Daraus wurden dann am Ende 34 Anträge zur Aufnahme auf die Plattform. Für 10 000 Euro die über diese Plattform im Internet eingesammelt werden, räumt die die L-Bank auf Wunsch einen gleich hohen Kreditbetrag ein.

Diese Kleinbeträge seien für normale Banken wenig lukrativ, weil sie auch das vorhandene Risiko  schlecht abschätzen könnten. Die meisten Gründeranträge  betreffen  den medizinisch-sozialen Bereich. „Uns geht es hier geht es vor allem darum, etwas Neues auszuprobieren“, sagte Nawrath. In Berlin habe das Modell bereits Nachahmer gefunden, weitere Landesbanken hätten Interesse bekundet.

Ein weiteres, neues Instrument beim Kapital für Innovation in Baden-Württemberg sei auch die Beteiligung an First Momentum Ventures, dem ersten von  Studenten geleiteten und speziell auf Gründungen an den Hochschulen zielenden Risikokapitalfonds in Deutschland.

Kapital für Innovation in Baden-Württemberg 2017 ist anders

Kapital für Mittelstand:  Bei der Finanzierung sei man nicht nur bei Gründern, sondern auch bei etablierten Firmen deutlich im Plus. Mit speziellen Finanzierungsinstrumenten wie bei dem  Fonds LEA Mittelstandspartner, der gerade bei einem Volumen von 200 Millionen Euro das Einsammeln von Kapital abgeschlossen hat. wolle man spezifisch auf die Bedürfnisse baden-württembergischer Mittelständler eingehen.  Vom Volumen her sei man damit der fünftgrößte Fonds dieser Art in Deutschland.

„Weder die Unternehmer noch die Finanziers im Lande wollen gleich ein so aggressives Angebot, wie es für andere Risikokapitalgeber typisch ist“, sagte der L-Bank-Chef. Weder bei den hohen zweistelligen Millionenbeträgen noch bei den aggressiven Renditezielen wolle man da mit angelsächsischen Investoren mithalten.

„Die Mittelständler fühlen sich einfach wohler bei uns“, sagte Nawrath über den Fonds, bei dem neben Banken und Versicherungen aus dem Land beispielsweise auch Versorgungswerke aus anderen Bundesländern beteiligt sind. Man habe aber auch Investoren gewonnen, die selbst erst vor wenigen Jahren gegründet und nun ihr Unternehmen verkauft haben. „Die sind jetzt Anfang vierzig und gehen schon anders an die Sache heran. Die wissen, dass man mit solchen Investments auch einmal Verluste einfahren kann.“

Standortentwicklung: Angestoßen oder vor der Fertigstellung sind beispielsweise der Medical Campus in Mannheim. In Stuttgart ist es der so genannte Engineering Park, wo im Umfeld der Universität Ideen zu Produkten weiterentwickelt werden sollen. Auch das Technologiezentrum für Künstliche Intelligenz, das so genannte Cyber Valley in Tübingen,  zieht in ein von der L-Bank finanziertes Gebäude.

Für Technologieparks und -gebäude sind  über Karlsruhe,  Mannheim, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen hinaus weitere Standorte im Blick. In Freiburg werde über ein Innovationszentrum im Hochschulumfeld gerade verhandelt, sagte Nawrath.  Das revolvierende Kapital von 180 Millionen Euro habe die L-Bank voll ausgeschöpft. Zurzeit sind 265 Unternehmen mit 10 300 Mitarbeitern in diesen Gebäuden angesiedelt. „Das sind keine Gewerbeparks, sondern Technologie- und Laborgebäude.“

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