Finale beim Landespreis für junge Unternehmen 2018

Landespreis für junge Unternehmen 2018Auch das ist ein Star beim Landespreis für junge Unternehmen 2018 - ein Huhn des Finalisten Annes Ha(h)nauer. Foto: Ha(h)nauer.

Das Finale im Landespreis für junge Unternehmen 2018 steht vor der Tür. 20 Firmen aus dem Land wurden nominiert. Da sie einen interessanten Querschnitt innovativer Ideen aus Baden-Württemberg darstellen, hier die Kurzporträts.

Die 20 Firmen sind von 375 Bewerbern um die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung übrig geblieben. Sie seien „ein Spiegelbild der baden-württembergischen Wirtschaft“, sagt Axel Nawrath, Chef der Förderbank L-Bank, die den Wettbewerb organisiert. Das Teilnehmerspektrum ist breit, von Kleinstbetrieben bis zu Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern.

Auch bei den Branchen ist der Landespreis für junge Unternehmen 2018 sehr offen: Von IT und sonstiger Hightech bis zur Gesundheit oder der Gastronomie sind die unterschiedlichsten Wirtschaftszweige vertreten.   Bedingung für die Teilnahme ist lediglich, dass die Unternehmen nicht älter als zehn Jahre sind, wirtschaftlich erfolgreich sind und sich auch gesellschaftlich und ökologisch engagieren.

Die zehn besten Unternehmen beim Landespreis für junge Unternehmen 2018 werden am 8. November im Rahmen eines Festaktes im Neuen Schloss in Stuttgart durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und den L-Bank-Chef Nawrath geehrt. Die drei erstplatzierten Unternehmen erhalten Geldpreise zwischen 20000 und 40000 Euro. Mit insgesamt 90 000 Euro ist der Landespreis einer der höchst dotierten  in Deutschland.

Die Teilnehmer beim Landespreis für junge Unternehmen 2018

ACTICO GmbH, Immenstaad, www.actico.com/de
Die Automatisierung von Entscheidungsprozessen in der Finanzindustrie ist das Geschäftsmodell der ACTICO GmbH aus Immenstaad. Das Unternehmen wurde 2015 im Rahmen eines Management Buyout von Bosch übernommen. Sozial ist Actico zum Beispiel mit der Beauftragung von Behindertenwerkstätten aktiv.

Annes Ha(h)nauer, Kehl, www.annes-hahnauer.de
Die Tiere der Hähnchenzüchterin Anne Körkel werden doppelt so alt wie konventionell gehaltene Tiere, sind viel an der frischen Luft und erhalten selbst hergestelltes Futter. Seit 2015 werden in Kehl  Freilandhähnchen in mobilen Ställen aufgezogen und regional vermarktet. Als weiteres Geschäftsmodell will Körkel  andere Tierhalter beraten und zeigen, wie eine am Tierwohl orientierte Aufzucht funktioniert.

AUXXOS GmbH, Amtzell, www.auxxos.com
Das Allgäuer Technologieunternehmen stellt Lasermaschinen her, die im Bereich von einem Millionstel Millimeter genau sind. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet und hat sich auf  Materialbearbeitung spezialisiert, wie man sie etwa im Automobilbereich oder in der Luft-und Raumfahrt braucht. Das  Unternehmen sieht intensive Weiterbildung und innovative Räumlichkeiten als Aushängeschild.

Bierkultur Schwanen GmbH, Ehingen, www.bierkulturhotel.de
Die Brauerei Schwanen in Ehingen an der Donau gibt es seit 1697, seit 1864 ist sie im Besitz der Familie Miller. 2012 wurde das Brauhaus mit einem Hotel kombiniert. Die Besitzer riefen 2007 gemeinsam mit weiteren Brauern 2007 das Projekt „Bierkulturstadt Ehingen“ ins Leben.

Dekoback GmbH, Helmstadt-Bargen, www.dekoback.com
Die Firma bietet seit 2009 kreativ verzierte Torten im Einzelhandel an, die mit den Produkten aus Konditorieen konkurrieren können. Heute sind die Dekoback-Kreationen bei mehr als 30 000 Verkaufsstellen im In- und Ausland zu finden. Allein im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen 16 Millionen Artikel und bietet heute 120 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz.

KEVIN KUGEL CHOCOLATIER, Nufringen, www.kevinkugel.de
Das Unternehmen fertigt seit 2014 individuelle, bereits mehrfach preisgekrönte Schokoladespezialitäten. Die offene Produktion der Pralinen, Trüffel und Tafeln ist für alle Kunden erfahrbar. Der Gründer präsentiert seine Fertigkeiten auch auf Liveshows.

Lightshape GmbH & Co. KG, Stuttgart, www.lightshape.net
Das Stuttgarter Unternehmen bietet eine Software, die Teamarbeit im digitalen Raum ermöglicht und dabei erweiterte Realität (AR) und virtuelle Realität (VR) integriert. Kunden zum Beispiel aus der Automobilbranche nutzen dies im Entwicklungsbereich und sparen erhebliche Kosten, weil neue Modelle zunächst digital begutachtet werden können.

MP Mobiler Pflegedienst Nadine Condurachi, Karlsruhe
Nadine Condurachi hat sich aus schwierigen Umständen heraus zur erfolgreichen Unternehmerin entwickelt: Vor rund 20 Jahren musste ihre Familie aus dem Kongo fliehen und sie zunächst in Schweden und später in Deutschland Tätigkeiten als Hilfskraft ausüben. Dann absolvierte sie eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin und machte sich 2014  selbstständig.

MUKKI GmbH, Ulm, www.mukki-pflege.de
MUKKI steht  für „Mobile Ulmer Kinder Kranken- und Intensivpflege“. Die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des 2009 gegründeten Unternehmens  gehen in die Familien und kümmern sich um Kinder, die intensiv gepflegt und individuell betreut werden müssen. Das Unternehmen ist in der Region Ulm-Oberschwaben mittlerweile einer der größten Anbieter von Pflegeleistungen im Kinder- und Kleinkindsektor.

Nanoscribe GmbH, Karlsruhe, www.nanoscribe.de
Das Unternehmen stellt  hochpräzise 3D-Drucker und Druckmaterialien her, die auf die  Mikrofabrikation ausgerichtet sind. Anwendungen gibt es von der Medizintechnik über die Kommunikationstechnik bis hin zu winzig kleinen optischen Bauteilen etwa  für das „Internet der Dinge“. Dabei lassen sich dreidimensionale Objekte mit winzigen  Abmessungen im Nano- und Mikrometerbereich fertigen.

pervormance International GmbH, Ulm, www.e-cooline.de
Hier wurde eine „Klimaanlage zum Anziehen“ entwickelt. Bei Kühlwesten, Shirts oder Armkühlern wird der Träger durch Verdunstungskälte aktiv gekühlt. Die Kleidung kommt in Stahlwerken und Gießereien, bei der Feuerwehr, bei Sport oder Medizin im Einsatz – etwa für Helfer in Afrika während der Ebola-Krise. Die Firma hat flexible Arbeitszeiten und erlaubt den Mitarbeitern, ihre Kinder ins Unternehmen zu bringen.

Pinion GmbH, Denkendorf, https://pinion.eu
Das Unternehmen stellt Fahrradgetriebe her. Sie sind deutlich präziser in der Schaltung und weniger reparaturanfällig als dies bei Kettenschaltungen der Fall ist – insbesondere auch bei extremen Belastungen. Die Gründer binden die Behindertenwerkstatt Esslingen in Projekte ein und lassen dort die Montage ausgewählter Baugruppen durchführen.

PointCab GmbH, Wernau, www.pointcab-software.com
Der Gründer Richard Steffen erkannte 2013 die Notwendigkeit, immer größer werdende Datenmengen von Laserscannern, die zum Beispiel beim Vermessen von Gebäuden entstehen, in CAD-Systeme zu übernehmen und entwickelte ein eigenes Format für Daten. Effizient komprimiert reduziert sich der Speicherbedarf um bis zu 85 Prozent und der Zeitbedarf um bis zu 70 Prozent.

QuikStep GmbH, Durmersheim, www.quikstep.eu
Arbeitnehmer, die durch Unfälle oder Krankheiten ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können, kommen meist erst nach langer Rehabilitation zurück an den Arbeitsplatz. Gründer Stephan Wilke war selbst als Angestellter beschäftigt und hatte sein Augenlicht verloren. Die Erfahrungen mit seiner Rehabilitation setzte er 2012 in ein Geschäftsmodell um, das Betroffenen erlaubt, weitgehend in der eigenen Umgebung zu bleiben.

reconsite GmbH, Fellbach, www.reconsite.com
Das Unternehmen verbindet Umweltconsulting, Anlagenplanung und Engineering. Bei der Altlastensanierung setzt man ein selbst entwickeltes Sanierungsverfahren zur Beseitigung von Boden- und Grundwasserschäden ein. Hier werden Schadstoffe durch Verdampfung oder Verflüssigung in weit kürzerer Zeit als bei herkömmlichen Methoden umweltfreundlich entfernt, ohne Erdreich abzutragen.

Reiß Beck GmbH & Co. KG, Kirchzarten, www.baeckerei-reiss-beck.de
Als Michaela Reiß 2008 die Bäckerei ihrer Eltern übernahm, geschah dies in einem für das Bäckerhandwerk schwierigen Umfeld. Und dennoch gelingt es der heute 37-jährigen Unternehmerin, die Umsätze gegen den Branchentrend zu steigern und ihren Betrieb als regionale Marke zu etablieren. „Möglich ist das durch Geschichten, die wir mit unseren Produkten verkaufen“, sagt sie.

Rosenrot Manufaktur für Naturkosmetik, Heilbronn, www.bioseifen.com
Die Firma stellt mit  derzeit sechs Angestellten in Handarbeit Naturkosmetikprodukte in feiner Bioqualität her – beispielsweise Shampoo-Bits. Diese sehen aus wie Seifenstücke, sind aber festes Shampoo ohne Konservierungsmittel und andere Zusatzstoffe.  Nach der Nutzung sind die inzwischen in 14 Sorten erhältlichen Bits schnell wieder trocken und können ohne Verpackung im Waschbeutel verstaut werden.

STERK abbundzentrum GmbH, Bodnegg, www.sterk-gruppe.de
Ökologisch und regional, ohne Leim und ohne Chemie: Die ökologischen Vollholzwände des STERK Abbundzentrums werden aus regionalen Nadelhölzern, die in nahe gelegenen Sägewerken als Nebenprodukte anfallen, gefertigt. Das 2014 gegründete Unternehmen  beschäftigt heute 9 Mitarbeiter und sieht sich als  verlässlicher Dienstleister für die Holzbaubetriebe in der Region.

ViGEM GmbH, Karlsruhe, www.vigem.de
Basis des Geschäftsmodells  sind die riesigen Datenmengen, die bei automatisierten Fahrzeugen über Video-, Radar- und andere Sensoren während der Probefahrten direkt im Auto erfasst und verarbeitet werden müssen. Aufgezeichnet werden die Daten in einem „ViGEM-Rechenzentrum“, einem leistungsfähigen Aufzeichnungsgerät, das im Kofferraum der Testfahrzeuge untergebracht ist.

Winzki GmbH & Co. KG, Frickenhausen, www.winzki.de
Das Unternehmen hat ein Abspielgerät aus Holz für Kleinkinder entwickelt, das es ihnen ermöglicht, selbstständig  Musik und Hörspiele abzurufen. Analoge bunte Knöpfe zum Drücken und warmes Holz zum Anfassen, soll ein Gegenpol zum üblichen Plastik in  Kinderzimmern sein. Die einfache Bedienung hat auch ältere und pflegebedürftige Menschen im Blick.

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