Neuer Partner Amazon im Cyber Valley

Amazon im Cyber ValleyEin renommierter Name als neuer Partner? Da lächelt der Cyber Valley Roboter. Screenshot: IdeenwerkBW

Die Region Stuttgart will mit einer vor knapp einem Jahr gestarteten Initiative für Zukunftstechnologien dem Silicon Valley die Stirn bieten. Der neue Partner Amazon im Cyber Valley ist ein Achtungserfolg.

Als im Dezember vergangenen Jahres in Stuttgart das Cyber Valley aus der Taufe gehoben wurde, spannte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den ganz großen Technologie-Bogen: „Wir wollen verhindern, dass die zweite digitale Revolution an Europa vorbeigeht“, sagte er über den Forschungsverbund, der das Land und insbesondere die Region Stuttgart – Tübingen führend beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen machen soll.

Diesem gehören bisher das Land Baden-Württemberg, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI), die Universitäten Stuttgart und Tübingen und Partner aus der Industrie an. Dazu zählen BMW, Daimler, Porsche, Bosch, ZF Friedrichshafen – und auch Facebook. Dass jetzt auch Amazon dem Cyber Valley beitritt, empfinden die Macher des Cyber Valley wohl als Meilenstein.

Amazon im Cyber Valley gilt als Meilenstein

„Wir gewinnen damit einen weiteren starken Partner, der die internationale Bedeutung der Forschung auf dem Gebiet des maschinellen Lernens und Wahrnehmens im Raum Stuttgart – Tübingen noch einmal steigern wird“, sagt Max-Planck-Präsident Martin Stratmann. „Mit dem Einstieg von Amazon beim Cyber Valley gewinnt unsere Idee an Fahrt, durch einen Ausbau der KI-Forschung auch ein fruchtbares Umfeld für Aktivitäten der Wirtschaft zu schaffen.“

Gerade bei letzterem ist Amazon besonders umtriebig. Die Sprachassistentin Alexa, die in die vernetzten Amazon-Lautsprecher verbaut ist, erobert auch in Deutschland die Wohnzimmer und Häuser. Alexa soll einmal in der Lage sein, möglichst selbstständig Fragen der Nutzer zu beantworten und Dienste auszuführen und ist damit ein Beispiel für künstliche Intelligenz, also das selbstständige Lernen von Software und Maschinen. In Tübingen will Amazon aber vor allem die Expertise beim maschinellen Sehen steigern. Dabei geht es unter anderem darum, den menschlichen Körper so zu vermessen, dass er digital darstellbar ist.

Die Amerikaner suchen die Nähe zum Max-Planck-Institut

Dafür will Amazon im Cyber Valley neben seiner Beteilgung am Programm auch in der Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen ein eigenes Forschungszentrum einrichten und die Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft verstärken. In fünf Jahren sollen dort 100 Forscher arbeiten. Unterstützt wird es von zwei Direktoren des Max-Planck-Instituts, die als führend beim maschinellen Sehen gelten. „Dies belegt unser Engagement, hochqualifizierte Stellen in der Forschung und Entwicklung für Zukunftstechnologien zu schaffen“, sagt Ralf Herbrich, Direktor für maschinelles Lernen bei Amazon.

In den Forschungsverbund Cyber Valley zahlen die Firmen je rund 1,3 Millionen Euro ein – so auch Amazon. Daimler und Bosch finanzieren zusätzlich zwei Stiftungslehrstühle. Bosch gibt dafür über einen Zeitraum von zehn Jahren 5,5 Millionen Euro.

Immer mehr Firmen messen der Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) einen hohen Stellenwert bei. Kürzlich kündigte Amazon-Rivale Alibaba an, rund 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) in den Aufbau von Forschungszentren zu investieren. Facebook will zu Künstlicher Intelligenz in Kanada forschen und Google erwarb im März die Plattform Kaggle, die unter anderem Wettbewerbe zum Maschinenlernen veranstaltet. Das Marktforschungsunternehmen Gartner kommt zu dem Schluss, dass die Fähigkeit von Firmen, KI einzusetzen, entscheidend die Kundenerfahrungen verändern wird und den Geschäftserfolg mitbestimmt.

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