Ziemlich abgehoben: Zukunftsvision Drohne

Zukunftsvision DrohnePaketkopter der DHL in Reit im Winkel. Foto: DHL/Andreas Heddergott

Zukunftsvision Drohne: Im Verkehr ist der Traum von den fliegenden Vehikeln zurzeit en vogue. Doch werden wir wirklich bald mit  Lufttaxis oder Transportdrohnen abheben?

Drohnen für den Personentransport, selbstfahrende Autos oder mit Unterdruck fast in Schallgeschwindigkeit unterwegs sein. Es gibt viele Ideen, wie die schöne neue Verkehrswelt aus­sehen könnte. Dabei spielt nicht nur die Straße eine Rolle. Der Autofachmann des Beratungsunternehmens Ernst & Young, Peter Fuß, meint: „Zur Mobilität der Zukunft gehören alle Dimensionen, also auch die Luft, in der sich dann fliegende Taxis bewegen werden. Sie umfliegen einerseits den Verkehrsinfarkt auf der Straße. Andererseits schaffen Lufttaxis komfortable Mobilität für entlegene Regionen in deutlich kürzerer Zeit.“ Das ist nicht nur ein Thema von Startups, sondern auch von traditionellen Autobauern. Beispiel Porsche: Die Volkswagen-Tochter macht sich Gedanken zum Thema Lufttaxi.

Wenn auch Porsche in die Luft geht – wird es dann ernst?

Philipp von Hagen, Vorstand Beteiligungsmanagement der Porsche Automobil Holding SE, ist sich sicher, dass dies ein kommendes Thema ist. Der Manager verweist auf eine Studie des gleichnamigen hauseigenen Beratungsunternehmens. Sie zeige auf, dass durch die Möglichkeit des elektrischen Antriebs das fliegende Auto als reguläres Transportmittel bis 2025 Realität werden könne. „Solche Drohnen sind wendiger, dank Elektroantrieb leiser und insgesamt umweltfreundlicher sowie wesentlich kostengünstiger als heutige Hubschrauber.“

Die Studie von Porsche Consulting geht davon aus, dass der relevante Markt im Jahr 2035 eine Größe von rund 32 Milliarden US-Dollar erreichen kann. „Wir kommen aus der Autoindustrie und sind spezialisiert auf Mobilität. Deshalb ergründen wir heute, wie wir uns übermorgen fortbewegen werden, wie die Verkehrsmittel derm Zukunft aussehen und was sie leisten müssen.“ Es erscheine sehr realistisch, dass Lufttaxis ein attraktives Bindeglied bei der sinnvollen Vernetzung aller Verkehrsträger sein werden.

Immer mehr Konzerne und Startups arbeiten daran, diese lang gehegte Vision aus zahlreichen Science-Fiction-Filmen Wirklichkeit werden zu lassen. Als Pioniere gelten zwei weitgehend unbekannte Unternehmen aus Deutschland: Volocopter und Lilium. Das Startup Volocopter mit Sitz in Bruchsal war weltweit das erste, das eine Zulassung für bemannte voll-elektrische Flüge erhielt und zudem in Dubai im September den ersten öffentlichen Flug eines unbemannten Zweisitzers im Innenstadtverkehr vorgenommen hat. Das Unternehmen setzt einen Multirotorflügler ein, der einer Drohne ähnelt. Daimler ist mittlerweile daran beteiligt.

Zukunftsvision Drohne: Der visionäre Tesla-Gründer ist skeptisch

Tesla-Gründer und Milliardär Elon Musk ist kein Anhänger der Zukunftsvision Drohne. Er schimpfte vor geraumer Zeit auf dem Kurznachrichtendienst Twitter über den Fahrdienst Uber, der 2020 mit Drohnen und Passagieren in die Luft gehen will. „Wenn du Drohnen über deinem Haus magst, wirst du eine riesige Anzahl von ,Autos‘, die über deinen Kopf fliegen, lieben. Sie sind tausendmal größer und lauter und blasen bei der Landung alles weg, was nicht festgenagelt ist.“

Musk steht ebenfalls für visionäre Ideen und machte mit Tesla Elektroautos zu einem inzwischen akzeptierten Produkt. Mit dem Hyperloop will er Passagiere per Unterdruck irgendwann mit nahezu Schallgeschwindigkeit wie eine Art Rohrpost in langen Röhren transportieren. Bereits im August 2013 stellte er seine ersten Pläne für Kapseln vor, die auf Luftkissen schweben. Geschätzte Kosten damals: bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar.

Transportdrohen noch nicht reif für kommerziellen Masseneinsatz

Bei den Überlegungen der Zukunft geht es nicht nur um den Transport von Menschen, sondern auch von Gütern. Dazu sagt Fuß: „Transportdrohnen können die Logistik für schwer erreichbare Ziele wie kleine Inseln oder Hütten in den Bergen deutlich optimieren.“ Für Innenstädte seien Drohnen als Massentransportmittel aus Sicherheitsgründen kaum vorstellbar. Lieferroboter können ähnlich wie Robotertaxis den Transport von Waren auf der Straße effi­zienter organisieren. Der Autobauer Daimler hat beispielsweise in Zürich eine Drohne erfolgreich zur kommerziellen Paket-Belieferung ausprobiert. Das Fluggerät der US-Entwicklungsfirma Matternet brachte eine Kaffeepackung bei Tempo 70 zu einem Lieferwagen in sieben Kilometer Entfernung und landete dort sicher auf dem Dach des Vans.

Mit diesem Konzept soll die Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung verkürzt werden: Paketauslieferer fahren zur Beladung häufig nur einmal am Tag ein Depot an, durch die Drohnen soll ihr Bestand tagsüber aber laufend ergänzt werden. Nach Versorgung durch die Drohne fährt der Kurier weiter und liefert die Bestellung aus. Drohnen sind ein großes Thema in der  deutschen Wirtschaft, wenngleich ein umfassender kommerzieller Einsatz noch Zukunftsmusik ist. Die Firmen versprechen sich geringere Personal- und Materialkosten und schnellere Abläufe. So testet die Post-Tochter DHL schon seit einigen Jahren Drohnen für die Paketzustellung. So wurde eine Packstation auf einer bayerischen Alm beliefert und es gab Drohnen­flüge vom Festland auf die Insel Juist. Zukunftsvision Drohne – das heißt erstmal noch kleine Brötchen.

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