Startups und KI – Schlüssel zur Innovation

Startups und KIProblemlösefähigkeiten wie beim menschlichen Gehirn - das verspricht die Künstliche Intelligenz. Foto: Pixabay/GDJ/CC0

IdeenwerkBW-Schwerpunkt Startups und KI (1):  Eine  Studie belegt, wie wichtig Startups bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz sind. Gründerförderung gehöre deshalb zu einer europäischen Innovationsstrategie in diesem Bereich dazu, heißt es.

Künstliche Intelligenz – das ist ein weites Feld. IT mit Problemlösungsfähigkeiten, das ist die weiteste, Definition. Bei der Weiterentwicklung von KI geht es eben nicht nur um Supercomputer, die das menschliche Gehirn in allen seinen Fertigkeiten nachahmen. Künstliche Intelligenz soll eine Vielzahl von Alltagsproblemen lösen, die eine „intelligente“ Software bewältigen kann, ohne dass ihr irgendein Programmierer im voraus noch detailliert den Weg weisen muss.

Und genau diese Fähigkeit, Alltagsprobleme zu erkennen und dafür Lösungen im Bereich der IT zu suchen, ist eine Domäne von Startups auszeichnet. Startups und KI – das sind entscheidende Treiber der Innovation.  Dies belegt eine  Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger zusammen und dem auf Technologieunternehmen auf diesem Gebiet spezialisierte, Potsdamer Risikokapitalinvestor Asgard, der in 60 KI-Firmen investiert ist und gerade einen 100-Millionen-Euro-Fonds für 30 weitere auflegen will .

Startups und KI – besser als die Konzerne

„Nicht große Konzerne, sondern Start-ups sind hier die bestimmenden Innovationstreiber: Auf ihr Konto gehen Technologien wie Bilderkennung, Sprachverarbeitung oder automatisiertes Fahren“, so lautet eine Kernthese der Studie.  Immerhin: Europa ist laut der Untersuchung bei solchen Startups im Vergleich zu anderen IT-Themen gut positioniert. Die USA hätten hier zwar die Führungsrolle.  ansässig. Europa liegt mit 22 Prozent an zweiter Stelle vor China und Israel. Für die Untersuchung wurden  3500 Unternehmen und Start-ups im KI-Bereich analysiert.

„Der zweite Platz hinter den USA zeigt, wie dynamisch Europa in diesem Bereich ist“, sagt Charles-Edouard Bouée, Chef von Roland Berger. „Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Initiativen national vorangetrieben werden und keine klare, von der EU-getragene Strategie für ein europaweites KI-Ökosystem verfolgt wird.“ Europa müsse Champions im Bereich Künstliche Intelligenz aufbauen, fordert Fabian Westerheide, Gründer und Chef von Asgard.

Industrie muss Wende bei KI erst noch schaffen

Bei Startups und KI erreicht bisher kein europäisches Land laut der Studie im globalen Vergleich eine kritische Masse: Großbritannien liegt auf Platz vier (245 Start-ups), Frankreich auf Platz sieben (109 Start-ups) und Deutschland auf Platz acht (106 Start-ups).

Baden-Württemberg spielt in diesem Bereich durchaus eine gewichtige Rolle, insbesondere rund um das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sind in den vergangenen Jahren einige Gründungen im Bereich Künstliche Intelligenz entstanden. Auch die Landesregierung hat das Thema zum Schwerpunkt gemacht. Im so genannten Cyber Valley sollen technologische Kompetenzen gebündelt werden – und man hat hierfür auch schon potente externe Partner wie Amazon gewonnen. Für die ersten Startups, die durchaus auch zum Programm gehören, ist es hier allerdings noch zu früh.

Aufholen dürfte der Südwesten in den kommenden Jahren insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz im Automobilbereich. Autonomes Fahren ist nämlich ohne technologische Fortschritte in diesem Bereich nicht möglich – Unternehmen wie Daimler, Porsche oder Bosch sind hier zunehmend engagiert und suchen auch die Kooperation mit Startups.

Ausgerechnet im Autobereich schwächelt Europa

Die Studie sieht in Europa gerade in diesem Bereich noch erstaunlich unterrepräsentiert. Nur ein Prozent der KI-Startups sind dem Sektor Automobil zugeordnet. Das ist nicht besser als die Bereiche Immobilien, Landwirtschaft oder die noch etwas schwächere öffentliche Verwaltung und schwächer noch als der Sektor Energie (zwei Prozent).. „Wir haben erwartet, dass Technologien wie Robotik, das Internet der Dinge (IoT) und selbstfahrende Autos, in denen Europa führend ist, überproportional vertreten sind“, sagt der Investor Westerheide.

Das werfe die Frage auf,  „ob etablierte europäische Industrien fähig sind, sich auf wichtige Technologietrends einzustellen und so ihre Führungsposition zu behaupten.“ Hier dürfte die Kooperation mit Startups ein Schlüssel dazu sein, solche Trends schneller aufzugreifen.  Wer die etwa die Teilnehmerliste des Innovationsprogramms Startup Autobahn in Stuttgart durchgeht, kommt zur Erkenntnis, dass die teilnehmenden Konzerne ihren Nachholbedarf erkannt haben.

KI-Startups sammeln in Europa weniger Geld als in China

Dringend nötig wäre mehr Kapital. 2017 sammelten KI-Start-ups in einer durchschnittlichen Finanzierungsrunde in Frankreich 3 Millionen Dollar und in Deutschland 2 Millionen Dollar ein.  In den USA waren es 10 und in China sogar 36 Millionen Dollar.

Es brauche eine gezielte europäische Förderpolitik, um etwa die Investitionen von Großunternehmen zu fördern, so lautet eine der Kernforderungen in der Studie. Außerdem könnten europäische Institutionen die Kooperationen von Forschungsinstituten und Start-ups forcieren. Dies könne Europa dann auch für IT-Talente attraktiver machen. Neben dem „KI-Wettrüsten“ zwischen den USA und China gebe es Raum für einen einen dritten, einen europäischen Weg, sagen die Autoren der Studie. Aber erst einmal brauche der Kontinent einen einheitlichen Plan, um seine Ressourcen zu bündeln.

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