Startup Monitor: Südwesten im Aufwind

Startup MonitorDer Deutsche Startup Monitor ist ein wichtiger Kompass für die deutsche Gründerwelt. Screenshot: BVDS

Wie stehen Startups im Land im bundesweiten Wettbewerb der Gründerstandorte da? Der aktuelle Startup Monitor vom Bundesverbands Deutsche Startups, ermöglicht Einsichten. Investoren zeigen verstärkt Interesse für Baden-Württemberg.

Die Gründerlandschaft in Deutschland wird vielfältiger, immer neue Regionen stoßen als Startup-Standorte hinzu. Der immer noch kleine Anteil der Frauen unter den Gründern wird langsam aber sicher größer und die Mitarbeiterschaft der Startups wird immer internationaler. Das sind einige Trends welche die Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups unter 1224 jungen deutschen Unternehmen zu Tage gefördert hat.
Aber wie sieht es eigentlich bei Startups  im Südwesten aus? Wenn man den Daten des Monitors glauben schenken will, ist Baden-Württemberg im Bundesvergleich klar im Aufschwung: 12,4 Prozent der ausgewerteten Startups kommen aus dem Land. Im Vorjahr waren es erst 9,9 Prozent. Auch die wichtigste Region Karlsruhe/Stuttgart legte von 7,9 Prozent auf 8,9 Prozent zu. Berlin ist beispielsweise mit einem Anteil von 17,7 Prozent gegenüber 31, 1 Prozent im Vorjahr geradezu eingebrochen.

Aber das kann wie gesagt auch daran liegen, dass sich inzwischen mehr Startups aus ganz Deutschland an der ursprünglich von dem im Berlin sitzenden Verband lancierten Studie beteiligen. Aufschlussreich ist der Vergleich mit Bayern, wo der Anteil der teilnehmenden Startups von 16,7 Prozent auf 12,1 Prozent zurückging.
In jedem Fall spricht das für ein wachsendes Selbstbewusstsein und eine wachsende Präsenz der Startups aus Baden-Württemberg. Insgesamt fächert sich die Startup-Landschaft in Deutschland weiter aus. Die fünf Metropolregionen Berlin, Rhein-Ruhr, Stuttgart-Karlsruhe München und Hamburg vereinen noch 60,3 Prozent der im Monitor berücksichtigten Startups. 2015 waren es fast 70 Prozent.

Startup Monitor: Startups sehen Politik im Land kritisch

Positiv fällt im Startup Monitor für das Land vor allem der Trend der Attraktivität für Investoren (Venture Capitalists) aus. Diese Finanzierungen haben entgegen des Bundestrends in Baden-Württemberg von 8,3  auf 13,2  Prozent klar zugenommen. Das liegt zwar immer noch  unter dem deutschen Durchschnitt und Welten hinter Berlin.  Aber man holt auf. Beim Interesse ausländischer Investoren liegt die Region Stuttgart/Karlsruhe inzwischen sogar an der Spitze. In fast der Hälfte der Fälle, bei denen es zu Risikokapital-Investments kommt,  sind sie im Boot – was aber auch heißen könnte, das heimische Investoren die Chancen noch nicht im selben Maße erkennen. Man liegt damit übrigens deutlich vor Berlin, wo Ausländer bei 37,9 Prozent dieser Investitionen dabei sind.

Der leichtere Zugang zu externem Kapital könnte eine Erklärung dafür sein, dass ein bisheriges, typisch  schwäbisch-badisches Merkmal weniger ausgeprägt ist. Im vergangenen Jahr sagten noch  26 Prozent der baden-württembergischen Startup-Gründer, dass sie sich aus eigenen Ersparnissen finanzieren. Dieser Wert lag  klar über dem Bundesdurchschnitt. In diesem Jahr sind es nur noch deutschlandweit unterdurchschnittliche 19,7 Prozent. Hamburg und die Region Rhein-Ruhr sind hier mit einem Anteil von jeweils 23,2 Prozent schwäbischer als die Schwaben.

Ein  eher negatives Ergebnis: Die Startups im Land sind trotz der Bekenntnisse des schwarz-grünen Koalitionsvertrags und verstärkter Aufmerksamkeit seitens des Ministerpräsidenten und der Wirtschaftsministerin mit der Politik nicht so recht zufrieden. Baden-Württemberg ist zusammen mit Brandenburg  das einzige Bundesland, dessen Noten nicht nur schlechter als 2015 sondern auch als 2014 sind.  Allerdings sind von 2016 bis 2015 insgesamt die Noten für elf der sechzehn Bundesländer nach unten gegangen, während die Regierung in Berlin ein wenig Boden gut gemacht hat.

Mit 28,6 Prozent der Stimmen wäre laut dem Startup-Monitor übrigens bundesweit die FDP unter den Gründern die stärkste politische Partei, gefolgt von den Grünen mit 22,1 Prozent.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden sich hier.

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