Startup-Hochburg Baden-Württemberg?

Startup-Hochburg Baden-WürttembergMinisterpräsident Kretschmann und Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut besichtigen einen Stand auf dem Startup-Gipfel BW Foto: Landesregierung BW

Kommentar zur Umfrage der Uni Hohenheim: Das Land muss noch einiges tun, um dem selbst gesetzten Ziel einer Startup-Hochburg Baden-Württemberg näherzukommen. Dafür bräuchte es noch nicht einmal unbedingt mehr Geld, sondern eine Vision.

Ist das Glas nun halb voll – oder halb leer? Im Sinne des für Gründer typischen Optimismus darf man  die Ergebnisse der Startup-Umfrage von IdeenwerkBW und der Universität Hohenheim zu ihrer Situation durchaus  als  „halb voll“ interpretieren. Für ein besseres Ergebnis, das macht insbesondere das schlechte Resultat zum Thema Förderdschungel deutlich,   müsste  Baden-Württemberg  nicht einmal mehr Geld ausgeben. Eine klare, straffe Linie beim Thema Förderpolitik würde den Unternehmensgründern schon enorm helfen.

Startup-Hochburg Baden-Württemberg hat viele Provinzen

Beim populären und politisch genehmen Thema Startups wollen in Baden-Württemberg zu viele mitmischen. Gepaart mit einer Strukturpolitik, die jede Region bedenken will, führt das  zu viel zu vielen Instanzen, Akteuren und Töpfen. Für Gründer ist das inzwischen undurchschaubar.  Aus politischer Sicht ist die Antwort auf die Frage, wie weit man das Thema Startups dezentral anpacken  muss,  allerdings vertrackt. Auch unter den Gründern gibt es nämlich sehr unterschiedliche Interessen. Wer in der Region sitzt, der findet möglichst viele regionale Schwerpunkte großartig. Wer hingegen in den Metropolen arbeitet – wo sich Karlsruhe und Stuttgart klar als Zentren herauskristallisieren – findet das provinziell. Die Landespolitik wird es  nicht allen recht machen können.

Lieber Mittelständler als Welteroberer?

Einig sind sich die Gründer aber bei einem anderen Thema: Baden-Württemberg wolle bei den Startups lieber solide Mittelständler als Welteroberer, so sagen sie einmütig. Seltsam nur: Wenn etwa der Ministerpräsident von den großartigen Gründergeschichten im Land erzählt, dann fallen Namen wie Bosch, Daimler und Benz oder SAP. Und das sind ganz gewiss keine Mittelständler.

Potenzielle Mittelständler fördern, aber auch über den Horizont hinausblicken, so sollte die Antwort lauten. Baden Württemberg braucht Technologieunternehmen, und es braucht Anlaufpunkte für Gründer auch in der Fläche. Aber das Land könnte mehr Vielfalt und  Ehrgeiz gebrauchen, mehr Mut zu einer  Startup-Politik, die über regionale Interessen oder bestehende Strukturen hinausblickt. Und die Institution, deren zentrale Aufgabe es ist, eine wirtschaftspolitische Vision für das Land als Ganzes zu entwickeln, ist nun mal die Landesregierung.

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