Startup Garage 2019: Beim Sieger ist alles Banane

Die Uni Hohenheim hat ein freiwilliges, halbjähriges, und sehr praxisorientiertes Bildungsangebot etabliert. Bei dem mittlerweile vom Land geförderten Projekt, lernen Studenten alles rund um Unternehmensgründungen. Jetzt fand die Abschlusspräsentation der Startup Garage 2019 mit sechs Teams statt.

„Jedes Jahr werden eine halbe Million Tonnen an Essen weggeworfen – alleine von deutschen Supermärkten. Ganz weit oben auf der Liste der Produkte stehen Bananen.“ sagt Inna Zhuravlova. Zusammen mit Ines Kutzli hat sie das Startup „Fruchtstück“ gegründet. Produziert werden nachhaltige Frühstücks-Cerealien aus Bananen, die vor der Entsorgung gerettet werden. Diese sind natürlich vegan, gluten-frei und haben keinen Zuckerzusatz. Fruchtstück ist eines der studentischen Startup-Projekte, die sich jetzt in der Thomas–Müntzer-Scheuer an der Uni Hohenheim präsentiert haben.

Die Startup Garage ist ein Projekt des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Universität Hohenheim. Gestartet 2016, hat es seitdem jedes Semester etliche Startups auf dem Weg von der Gründungsidee, über die Umsetzung, bis hin zum Geschäftsmodell betreut. Zum Abschluss des Projekts wird dann das jeweilige Startup in sportlichen drei Minuten vor einem Publikum, sowie einer Fachjury präsentiert. Die Studenten werden bei der Teilnahme an der Startup Garage Hohenheim (SGH) nicht benotet.

Auch vor Ort: Gründerinnen des erfolgreichen Startups Spoontainable

Obwohl die Startup Garage relativ jung ist, gibt es bereits einige Erfolgsstorys zu vermelden: so beliefert ein hier gestartetes Projekt namens Spoontainable diverse Eisdielen in Deutschland und Österreich mit speziellen Eislöffeln, welche essbar und dadurch äußerst nachhaltig sind. Auch erwähnenswert ist das Vorzeigebeispiel The Female Company, das von zwei Hohenheimer Studentinnen gegründet wurde und Bio-Tampons vertreibt.

Auch Inna Zhuravlovas Kommilitonen haben Projekte rund um das Thema Nachhaltigkeit vorgestellt: da wären zum Beispiel „CO2GO“, eine CO2-Verfolgungs-App, mit der man seinen ökologischen Fußabdruck überwachen kann, sowie die App Wasteless, die durch alternative Empfehlungen Produkte vor dem Wegwerfen retten will, um so Essensabfälle zu reduzieren. Solche Ideen dann auch in den vorgegebenen drei Minuten vor einem Publikum und einer Fachjury zu präsentieren ist eine Herausforderung, auf die man gut vorbereitet sein will.

Unternehmerisches Denken lernen

Neben Unternehmertum und der Zusammenarbeit im Team, eignen sich die Teilnehmer auch ein passendes Denken an. „Man wird mit dem Scheitern, aber auch mit dem dazugehörigen Wiederaufstehen konfrontiert“, sagt Leif Brändle, Doktorand und Betreuer der Startup Garage. „Außerdem wird vermittelt, dass man Änderungen nicht im Wege stehen darf und immer offen für Kompromisse sein sollte“.

Über die Zeit habe sich ein Netzwerk entwickelt, erzählt Andreas Kuckertz, Lehrstuhlinhaber am Fachgebiet Entrepreneurship an der Universität Hohenheim und Initiator der Startup Garage. „Ehemalige Teilnehmer werden zu Mentoren oder kommen auch in anderer Rolle zurück“.

Jung-Unternehmer wollen nachhaltige Konzepte

„Die Uni Hohenheim hat den Schwerpunkt Bio-Ökonomie. Das färbt auch auf die Startups ab: in den letzten Jahren gab es sehr viele Projekte, die sich für Nachhaltigkeit und gegen die Verschwendung von Gütern oder gegen Plastik einsetzen“, sagt Brändle. „Wir wollen, dass genau diese Schnittstellen-Teams mit Studenten aus den Wirtschafts-, Agrar- und Landwirtschaftswissenschaften entstehen und somit unseren Beitrag für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe in der Wirtschaft leisten“.

Die Jury kürte diesmal das Team „Fruchtstück“ zum Sieger. Es kann nun sein Konzept im Rahmen eines regionalen Wettbewerbs für Hochschul-Startups präsentieren.

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