Startup für Obst: Mit Fruchtkisten zum Erfolg

Startup für ObstCem und Konstantin sind die Gründer des Startups Fruit.Love. Foto: Jenny Erck

IdeenwerkBW-Serie „coole Startups im heißen Sommer“ – in Kooperation mit der Macromedia Hochschule Stuttgart (5): Ob Bananen, Orangen oder Trauben, beim Startup für Obst namens Fruit.love findet jeder seine „Superfrucht“.

Die vier Gründer Werner, Cem, Pascal und Konstantin wollen den trägen Bürojob oder den ganz normalen Alltag mit Farbe und Vitaminen füllen. Ihr ursprünglicher Gedanke bestand darin, das eingestaubte Image von Obst und Gemüse aufzupolieren. „Mit einem gezielten Auge auf Qualität und Regionalität starteten wir unsere Vision, die Menschen mit Fruchtkisten zu beliefern,“ sagen sie.

Als Rezept gegen einseitige Ernährung während der Arbeit oder die fehlende Zeit, einkaufen zu gehen, bieten sie die Lieferung von frischen Vitaminen an. „Am Anfang haben wir gesagt, wir probieren es einfach mal.“

Mit eigenen PKWs machten die vier Kumpels den Anfang der Fruit.love-Karriere. Relativ schnell fanden sie Kunden. Vor allem profitierten die Fruchtexperten von ihren Vorkenntnissen in Obstbau und Logistik.

Fruit.Love liefert Fruchtboxen ins Büro. Foto: Jenny Erck

Männer sind keine Organisationstalente? Von wegen! Die vier Startup Gründer haben eine klare Rollenverteilung in ihrem Unternehmen. Während Cem sich vorrangig um die Verpackung des Obstes kümmert, übernimmt Pascal das Bepflastern von Stuttgart mit Werbeplakaten. Rund ums Büro haben die Jungs alles unter Kontrolle, direkt mit den Kunden in Verbindung tritt Konstantin. Ein Quartett mit viel Potenzial. Hier antworten sie auf einige Fragen im Interview.

„Am Anfang haben wir gesagt, wir probieren einfach mal.“

Cem und Konstantin

Interview: Wie kommt man auf ein Startup für Obst?

Wie ist das so, sein eigenes „Baby“ großzuziehen, wenn man zum Gründer wird?

Das Beste daran ist, dass man alles umsetzen kann, worauf man Lust hat. Wenn mal was nicht klappt, ist es auch nicht schlimm, wir sind niemandem Rechenschaft schuldig. Wir haben auch großes Glück mit unserem Team, selbst wenn es mal eine Fehlentwicklung gibt, steckt niemand den Kopf in den Sand, vielmehr sind wir dann noch motivierter, es richtig zu machen.
Wochenlang hatten wir unsere Idee im Kopf und redeten und redeten, aber keiner hat sich getraut den ersten Schritt zu machen. Als unserem Arbeitgeber, der auch eine Obstfirma hat, angeboten wurde, Büros mit Fruchtkisten zu beliefern, wussten wir, dass wir jetzt loslegen müssen. Diesen Schubs in die richtige Richtung haben wir gebraucht, seit diesem Tag haben wir mit Vollgas an unserer Idee gearbeitet.“

Gründen ist wie Kochen: man muss einfach kreativ sein und die Dinge im besten Fall ausprobieren. Aber wie viel Zeit kann man während so einem Projekt noch seinem Privatleben widmen? Ändert das gemeinsame Business etwas an der Freundschaft untereinander? Und würdet ihr das alles noch einmal machen?

Großmarkt bedeutet in erster Linie immer viel Arbeit, wenig Freizeit. Der größte Vorteil daran ist, dass wir alle gerne arbeiten gehen. Wir quälen uns nicht morgens aus dem Bett und hoffen, dass der Tag rumgeht, wir waren schon immer Arbeitstiere. Wenn die Arbeit Spaß macht, nimmt man das in Kauf. Frau versteht das manchmal natürlich nicht ganz so gut, aber im Großen und Ganzen bekomme ich alles unter einen Hut. Männer sind, was das angeht, sowieso ein bisschen unkomplizierter. Unser Vorteil ist, dass unser verdientes Geld direkt wieder in die Firma fließt, so wird Geld bei uns kein Streitpunkt sein. Trotz der fehlenden Zeit für Privates würde jeder von uns bei einer neuen Idee nochmal Gründen.

Immer mehr Menschen ist der ökologische Fußabdruck ein Begriff. Gerade in der Obstindustrie ist behandeltes und regionales Obst den Menschen sehr wichtig. Wie geht ein Startup für Obst damit um?

Gerade bei der Anlieferung achten wir sehr darauf, dass wir nicht zu viel Sprit verbrauchen. Mittlerweile haben wir ein Elektroauto und gerade der Bezug zu der Umwelt erklärt, warum wir nicht an Privathaushalte liefern. In den Sommermonaten achten wir sehr darauf, dass wir regionales Obst erhalten. Im Winter ist das in Deutschland jedoch schwer. Nachdem unser Selbstversuch, Bananen anzubauen gescheitert ist, greifen wir auf Plantagen im Ausland zurück. Bio Faktoren sind uns wichtig, jedoch ist der Geschmack auch ein wichtiger Faktor in der Obstauswahl. Somit nehmen wir manchmal lieber das Obst mit dem besseren Geschmack, auch wenn es kein Bioprodukt ist.

„Wie man ́s macht, isch ́s nix“ ein schwäbisches Sprichwort, mit dem auch viele Unternehmen zu kämpfen haben. Wie geht Ihr mit den „Extrawürsten“ um?

Je mehr wir individualisieren umso mehr Aufwand haben wir in der Verpackung und dem Zukauf der Produkte. Einzelne Kundenwünsche werden berücksichtigt, wie wenn Allergien vorliegen oder man bestimmte Obstsorten nicht in der Kiste haben möchte. Dauerhaft individuelle Kisten wäre eine coole Idee, aber in den nächsten Jahren noch nicht umsetzbar, es bleibt also bei unserer Grundkiste.

Auf dass durch euer Startup für Obst die Bauarbeiter und Büromenschen nicht mehr immer nur Pizza essen müssen!

Die Texte der Serie wurden von Studierenden der Macromedia Hochschule in Stuttgart im Rahmen eines Seminars erstellt. Gesammelt und im Original sind sie auf der Webseite Startup-Kultur.de zu finden. Für IdeenwerkBW werden die Texte und die Darstellung teilweise bearbeitet.

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