Startup Autobahn 2019: Sieben neue Partner

Startup Autobahn 2019Ein Projekt der Startup Autobahn: Die Flugdrohne Elios des Schweizer Startups Flyability im Schutzgitter für Indoor-Flüge. Foto: Flyability

Die Stuttgarter Innovationsplattform Startup Autobahn 2019 macht weitere Entwicklungsschritte. Sieben zusätzliche  Unternehmen unterstützen Gründer bei der Entwicklung ihrer Ideen.

Dass die Innovationsplattform Startup Autobahn 2019 erstmals in die kürzlich neu eröffneten Wagenhallen gezogen ist, passt gut. Die ehemalige Reparaturwerkstatt für Loks hat sich im Laufe der Zeit immer wieder neu erfunden. Diese Aufgabe steht vielen Unternehmen und ganzen Branchen bevor – einige sind mittendrin. Und das gilt auch für die Startup Autobahn 2019, die am Donnerstag ihre fünfte Runde vorstellte.

Urspünglich stand hinter dem Konzept der Startup Autobahn der Autokonzern . Ziel war es war es, junge Unternehmen aus der ganzen Welt mit den Abteilungen des Autobauers zu vernetzen und sie zu unterstützen. Doch schon beim Start des Projekts im Sommer 2016 warb man um weitere Partner. Mehr als zwei Dutzend Partnerunternehmen sind inzwischen an der Startup Autobahn beteiligt. Sieben weitere Unternehmen – darunter T-Systems, BP, Hyundai und der Tüv Rheinland – kommen nun hinzu. Für jeden Gründer wird der jeweils passende Partner gesucht und gemeinsam innerhalb von 100 Tagen die Frage beantwortet: Funktioniert die Idee, oder nicht.

Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit für den Ministerpräsidenten

Der Aufbau einer neuen Unternehmergeneration, sei „kein Projekt unter vielen, sondern eine Herzensangelegenheit“, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Eröffnung der Veranstaltung. „Die Startup Autobahn ist für uns zu einem wichtigen Eckpfeiler geworden, der die Startup-Kultur in Baden-Württemberg auf ein neues Niveau heben wird“, so Kretschmann.

Startups aus der Region dominieren bei diesem international ausgerichteten Projekt aber nicht. Drag&Bot gehört zu den wenigen. Der Ableger des Fraunhofer-Instituts in Stuttgart hat ein webbasiertes System entwickelt, mit dem jeder einen Roboter programmieren kann. Mit wenigen Klicks und per Drag-and-Drop kann ein Bewegungsmuster erstellt werden. Der Vorteil: Roboter müssen nicht mehr über Wochen von Experten konfiguriert werden. Wenn es eilt, kann die Aufgabe auch ein Techniker oder Ingenieur übernehmen. „Das System ist immer dann geeignet, wenn Roboter flexibel eingesetzt werden“, sagt Gründer Martin Naumann.

Bei der Startup Autobahn 2019 fahren Autos selber auf die Hebebühne

Getestet wird in der Region weiterhin fleißig. Das Berliner Startup Kopernikus Automotive bringt Autos dazu, selbstständig auf eine Hebebühne zu fahren. Erprobt wird die Technik mit Porsche in Ludwigsburg. Bevor die Fahrzeuge allein auf den Weg geschickt werden konnten, wurde das Testgelände inklusive der Werkstatt in eine virtuelle Darstellung überführt. Sie wird genutzt, um ein künstliches neuronales Netz zu trainieren, das eigenständig dazulernt. Das Startup Naise von der Universität Stuttgart entwickelt eine Art Google Maps für drinnen. Das System ähnelt dem Dienst, aber es funktioniert innerhalb von Gebäuden und ist viel genauer „und daher besonders für die Industrie interessant“, sagt Gründer Jens Heinrich. Über kleine Sensoren lokalisiert Naise Personen, Roboter und Fahrzeuge und ermöglicht eine Kommunikation untereinander. Produktionshallen werden so sicherer. Das System ist gefragt. Daimler, Bosch und Continental nutzen es.

Sicherheit verspricht auch Flyability aus Lausanne. Die Schweizer haben eine Drohne entwickelt, mit der enge und schwer zugängliche Räume sicher erkundet werden können. Die französischen Nachbarn von Woodoo haben derweil den Innenraum von Autos neu gestaltet. Statt auf Plastik setzen sie auf Holz. Aus dem nachwachsenden Rohstoff formen sie Bedienoberflächen, die in der Zukunft in Autos verbaut werden könnten. Projekte wie die des Startups aus Paris dürften bei der kommenden Auflage der Startup  Autobahn häufiger vertreten sein. Denn in der sechsten Runde will man das Thema Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt rücken.

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