SkillRoad – Elevator Pitch BW mit Adrenalin

SkillRoad; Elevator Pitch BWDie Uhr läuft: Das Team von SkillRoad bei der Präsentation im Rahmen des Böblinger Regional-Cups beim Elevator Pitch BW. Foto: Elevator Pitch BW

IdeenwerkBW-Schwerpunkt Startup-Pitch (3): Knackige Präsentationen sind zentral für  Gründer. Wir haben bei erfolgreichen Startups gefragt, was ihr Rezept ist. SkillRoad aus Tübingen, das chinesische Uniabsolventen nach Deutschland vermitteln möchte,  hat im Regionalcup des Landeswettbewerbs Elevator Pitch BW auf Anhieb gewonnen.

„Wenn man da vorn auf der Bühne steht und die Augen und Kameras auf einen gerichtet sind, das ist schon irre“, sagt Lukas Stilp von Skill­Road über seinen ersten Pitch. „Das war Adrenalin pur, aber gleichzeitig sehr schön, weil wir unsere Idee vor sehr vielen Leuten präsentieren konnten“, ergänzt Mitgründer Robert Reinartz.

SkillRoad, das sind vier junge Sinologen, die chinesische Absolventen guter Universitäten nach Deutschland in Unternehmen vermitteln. Die Beratungsfirma, deren englischer Name signalisiert, dass Fähigen (Skilled Workers) der Weg – in diesem Fall nach Deutschland – gebahnt wird, ist vier Monate alt. Außerdem ist der Name eine Anspielung an die Seidenstraße (Silk Road), auf der Waren von Fernost nach Europa gebracht wurden. Schon kurz nach ihrem Start haben die vier Männer den Startup BW Elevator Pitch in Böblingen gewonnen, ihren ersten überhaupt. Dieser Erfolg kommt auch davon, dass die ehemaligen Studienkollegen über ein Jahr an ihrer Startup-Idee feilten und auch viele Pitches als Zuhörer besuchten.

SkillRoad probte erstmal im Testauditorium

„Das eine ist, einen Pitch anzusehen, das andere ist es, einen zu machen“, sagt Lukas und lacht. Das Pitch Coaching vom Veranstalter des Elevator Pitch BW haben sie wahrgenommen und einen ersten Entwurf ihrer Präsentation vorgestellt. Dem folgten noch viele Veränderungen. „Es ist halt wichtig, dass der Pitch eine sehr klare Botschaft hat und gleichzeitig stilistisch aus­gefeilt ist“, ergänzt Tom Frense. Bekannte und Verwandte dienten deshalb auch als Testauditorium.

Rund 100 Zuschauer verfolgten am  13. April die Darbietung von SkillRoad. „Ich bin eigentlich nicht schüchtern, aber das war schon eine neue Erfahrung“, bekennt Lukas. Warum denken sie, dass sie den ersten Preis erhalten haben? „Unser kleines Schauspiel mit chinesischer Einlage kam gut an“, erzählen sie. Als Preisgeld gab es 500 Euro – eine Anerkennung. Der größte Gewinn aber seien das Feedback durch Jury und Zuschauer sowie wertvolle neue Kontakte. So ein Pitch sei auch ein Kontakt hinein in die hiesige Industrie.

Die Gründung eines Startup war eine von mehreren Optionen für die Zeit nach dem Studium. Im Gegensatz zum Medizin- oder Jurastudium gebe es für einen Sinologen kein festes Berufsbild. Man müsse sich umhören, stoße oftmals durch Zufall auf Chancen. „So saßen Robert und ich eines Tages zusammen, um zu überlegen, was wir nach Studienabschluss tun könnten“, erinnert sich Lukas. „Wir waren alle noch recht flexibel, ohne fixen Plan, was unsere Zukunft betrifft“, so die vier Kommilitonen.

Ein Zeitungsartikel gab schließlich den Anstoß zum Gründergedanken. „In dem Beitrag las ich über die Schwierigkeiten ausländischer Bewerber in Deutschland“, erzählt Lukas, der zusammen mit Robert einige Zeit in einer Wohngemeinschaft lebte. Das war im Oktober 2016. Die Idee war rasch geboren: „Wir könnten doch chinesischen Arbeitskräften helfen, die nach Deutschland kommen wollen, um hier Fuß zu fassen.“

In den kommenden Monaten suchten sie neben ihrem Studium nach Mitstreitern und holten mit Fabian Hiller und Tom Frense zwei weitere Sinologen an Bord. Warum sind sie sich ihrer Geschäftsidee so sicher? „Unser Alleinstellungsmerkmal ist die China-Expertise. Durch unser Studium und unsere persönlichen Erfahrungen können wir in China mit den Leuten auf Augenhöhe kommunizieren. Diese Skills haben andere Firmen in Deutschland so nicht“, betont Robert.

SkillRoad – ein Beratungsunternehmen nur mit Sinologen

SkillRoad dürfte das einzige Beratungsunternehmen sein, das ausschließlich aus Sinologen besteht, die gezielt die Brücke vom chinesischen zum deutschen Arbeitsmarkt schlagen können. Deutsche Unternehmen seien für viele Chinesen ein attraktiver Arbeitgeber. Hinzu kommt, dass in der deutschen Industrie ein großer Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften besteht.

Sein Stipendium „Exist“ will das Gründerquartett dazu nutzen, um im ersten Jahr eine solide Basis zu schaffen und Kunden zu akquirieren. „Damit wir früh damit beginnen können, zumindest teilweise auf eigenen Beinen zu stehen.“ Als Fünfjahresziel hat sich SkillRoad vorgenommen, deutschlandweit Marktführer zu werden für die Personalberatung mit Fokus China.

„Wir schaffen eine Win-win-Situation – für die Arbeitskräfte wie für die Unternehmen. Ganz wichtig ist uns dabei: Wir machen nicht nur eine klassische Vermittlung, sondern wir verstehen uns zudem als Be-treuer. Denn wir möchten sicherstellen, dass sich diese Talente hier in Deutschland wohlfühlen. Nur wenn sie integriert sind in die Gesellschaft, können sie ihr volles Potenzial wirklich einbringen“, sind die vier überzeugt. Schließlich sei das Ziel, die interkulturelle Zusammenarbeit bestmöglich zu meistern.

Die weiteren Folgen des Themenschwerpunktes erschienen am 23.5. und am 25.5.

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