Silicon-Valley-Eltern entdecken ihre Rolle

Silicon-Valley-Eltern; Zuckerberg

Das Thema Frauenförderung und Eltern-Freundlichkeit im Silicon Valley hat mich auf diesem Blog immer wieder einmal beschäftigt. Doch es gibt immer mehr Indizien, dass die selber älter und weiser gewordenen Silicon-Valley-Eltern mehr Sensibilität für dieses Thema aufbringen.

Die New York Times beschreibt unter der Überschrift „Das Silicon Valley wird erwachsen“ den neuen Trend zu einer großzügiger gewährten Auszeit für Eltern. Aushängeschild und Vorreiter ist hier der heute 31-jährige Facebook-Chef Mark Zuckerberg, inzwischen Familienvater, der einst als 23-Jähriger mit der schnoddrigen Bemerkung Schlagzeilen machte, dass junge Leute ein einfacheres Leben hätten: „Einfachheit erlaubt es dir, dich auf die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben zu konzentrieren.“ Sprich: Für so großartige Projekte wie Facebook Tag und Nacht zur Verfügung zu stehen. Nun nimmt der Chef des Sozialen Netzwerks nach der Geburt seiner Tochter selbst eine Auszeit von zwei Monaten. Er bleibt damit zwar unter den von Facebook gewährten, bezahlten   vier Monaten. Aber es ist immerhin ein Anfang. Denn insbesondere die Chefs (und die wenigen Chefinnen) stehen in der US-Gründerkultur massiv unter Druck, härter zu arbeiten als jeder andere und permanent die Ärmel hochzukrempeln

Die harte Yahoo-Chefin Mayer ist kein Vorbild mehr für Silicon-Valley-Eltern

Doch der elterliche Alltag erreicht immer mehr Startups in den USA. Laut einer Umfrage des Portals CB Insight, kämpfen 63 Prozent der zu Eltern gewordenen Gründer damit, die unterschiedlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen.  „Die Technologie treibt die auf hohem Stresslevel und mit hohem Einsatz verbundene, amerikanische Arbeitsplatzkultur bis ins Extrem“, schreibt das Blatt. Kein Wunder: Viele dynamische Mitarbeiter, die nun Ende zwanzig oder Anfang dreißig sind, sind in in ihren jeweiligen Startups die ersten mit Kindern. Doch allmählich erkennen immer mehr Firmen inmitten ihrer Algorithmen eine einfache Tatsache: Wenn sie wirklich den häufig kritisierten Mangel an weiblichen Mitarbeitern angehen wollen, dann müssen sie sich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewegen.
Ein Symbol für den kulturellen Wandel ist die Tatsache, dass die Yahoo-Chefin Marissa Mayer dafür kritisiert wurde, dass sie wegen der Ende des Jahres anstehenden Geburt von Zwillingen nur eine sehr kurze Auszeit nehmen will.  „Vor fünf Jahren hätten das die Mitarbeiter noch als Inspiration für harte Arbeit verstanden“, so zitiert die New York Times Glenn Kelman, den Chef des Online-Immobilienportals Redfin :  „Nun beklagen sich einige, dass man so ein schlechtes Beispiel bietet.“

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Bildquelle: Facebook

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