Pasiora bietet Pflanzen im Online-Abo

Pflanzen im Online-Abo; PasioraMaria Sauer und Stefan Honermann vom Pflanzen-Startup Pasiora. Foto: Lichtgut/Willikonsky

Ihr Farbspektrum reicht von mint bis rosa, die Pflanzen haben geometrische, teilweise bizarre Formen: Sukkulenten. Maria Sauer und Stefan Honermann von Pasiora haben daraus eine Startup-Idee entwickelt  und dazu gehören auch Pflanzen im Online-Abo.

Brause in Herzform. Dieses Gastgeschenk ließ die Herzen der Gäste nicht höher schlagen. Besonders die von Maria Sauer und Stefan Honermann nicht. Das junge Paar war bei einer Hochzeit eingeladen und registrierte, dass die meisten die Brause einfach liegenließen: Nein, diese Brause versüßte niemandem die Sause. „Wir haben uns dann überlegt, was ein persönliches, nachhaltiges Gastgeschenk wäre, das einen schon durch die Feier begleitet und  an dem der Gast lange Freude hat“,  sagt erinnert sich Honermann (35). Sie mussten die Lösung nicht lange suchen. Sie stand direkt in Marias Wohnung: Sukkulenten.

Sukku – was? Sukkulenten sind nicht jedem ein Begriff, kennen tut sie indes jeder. Spätestens wenn man die Namen Aloe Vera, Hauswurz oder Fetthenne hört, weiß man, um was es geht. Schließlich standen diese Pflanzen schon bei Oma im Garten oder auf der Fensterbank. Auch bei der von Maria: Deren Großmutter schenkte Maria gar einige Exemplare, „die bei mir eigentlich immer gut gediehen“, so Maria (25).

Sukkulenten sind pflegeleicht – wichtig fürs Geschäftsmodell

Manchmal schon Bekanntes mit einem neuen Geschäftsfeld verbinden – das zeichnet eine Startup-Idee aus.  Sukkulenten statt Brause. Da Maria Sauer Zierpflanzengärtnerin ist, lag dieses Geschäftsfeld bei ihr nahe. Honermann indes studierte zu der Zeit Maschinenbau – mit Pflanzen hatte er wenig am Hut.

Als die beiden im Sommer 2015 über der Idee brüteten, musste Honermann eine zeitlang auf Sauers Sukkulenten achtgeben. „Ich habe festgestellt, dass diese Überlebenskünstler aus trockenen Regionen wirklich pflegeleicht sind – danach war auch ich begeistert von den Sukkulenten“. Und überzeugt davon, dass die Idee in die Realität umgesetzt werden sollte, zumal Honermann dank seines Studiums die technische und organisatorische Seite des Startups bedienen konnte.

Erst der Blog, dann der Online-Shop

Zunächst starteten die beiden ein Blog rund um das Thema Sukkulenten – auch, um sie von ihrem leicht verstaubten Image zu befreien. Zudem besuchten sie Messen und botanische Gärten, um Informationen zu sammeln. Im Dezember 2015, ein dreiviertel Jahr nach besagter Hochzeit, meldeten sie ihr Start-up namens Pasiora an. Sauer kündigte ihren Job bei einer Gärtnerei, Honermann kam frisch von der Uni – im August 2016 ging ihr Onlineshop an den Start.

Der keinesfalls ein ordinärer Onlineshop sein soll. Vielmehr wollen die beiden exklusive und individuelle Kollektionen für Hochzeiten zusammenstellen, in einer Stückzahl, die andere Kakteenshops nicht bieten können. „Die Kunden können sich bei uns melden – gern über Whatsapp, Mail oder Facebook – und uns schildern, wie der Brautstrauß und die Deko aussehen werden. Wir beraten sie dann, welche Sukkulenten dazu passen würden“, sagt Sauer.

Denn die Sukkulenten, so schwärmen die beiden, haben eine immense farbliche Vielfalt zu bieten, das Spektrum reicht von mint bis rosa, und sie zeichnen sich durch geometrische, teilweise bizarre Formen aus. Rund 140 verschiedene Pflanzen stehen bei Pasiora zur Auswahl. „Manche sehen aus wie Rosen“, sagt Honermann.

Pflanzen im Online-Abo – ein weiteres Standbein

Und so läuft das Geschäft von Pasiora gut: Von April bis Oktober verkaufen sie 1500 bis 2000 Sukkulenten pro Monat, preislich liegen die Pflanzen zwischen 3,60 und 5,20 Euro, für ausgefallene Exemplare wie Luftnelken können auch 25 Euro fällig werden. Zusatzprodukte wie Zerstäuber, Dünger oder Substrat können mehr kosten. „Wir sind zufrieden, besonders da die Nachfrage von Monat zu Monat steigt“, sagt Honermann.

Auch die Ideen von Pflanzen im Online-Abo, bei dem eine Kunde über einen bestimmten Zeitraum eine Auswahl an Sukkulenten bekommt, läuft gut. Zudem kommen immer mehr Geschäftskunden auf die pflegeleichte Pflanzen.

Die Pflanzen kommen von zertifizierten Händlern, die sie züchten und nicht der Natur entnehmen, schließlich „gibt es bedrohte Arten“, so Sauer. Teilweise züchtet sie die Pflanzen auch mit Mutterpflanzen selbst, allerdings fehlt momentan der Platz, alle Pflanzen selbst zu züchten. Deshalb ist das nächste Ziel der beiden, ein eigenes, größeres Gewächshaus zu finden. „Wir haben schon das ideale Grundstück gefunden, aber es ist noch nicht sicher, ob es auch klappt“, sagt Honermann.

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