Neues grünes Programm zur Startup-Förderung

Grünes Programm zur Startup-FörderungEine Präsentation im Rahmen der Startup-Garage der Uni Hohenheim. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

In Baden-Württemberg gibt es ein neues grünes Programm zur Startup-Förderung. Dies hat die Landtagsfraktion  beschlossen.

Die Grünen im Landtag wollen dauerhaft mehr Startups fördern, um den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu sichern. Dafür haben sich die Abgeordneten bei ihrer Fraktionsklausur in Mannheim ausgesprochen. Andrea Lindlohr, die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, sagte: „Wir werden nur dann erfolgreich bleiben, wenn wir es schaffen, Innovationen voranzutreiben.“ Deshalb sei es eine zentrale Aufgabe der Landespolitik, „dafür zu sorgen, dass Startups, Industrie und Investoren auf neuen Geschäftsfeldern zusammenfinden“.

Sich selbstständig zu machen soll nach dem Willen der Grünen in der Bevölkerung die gleiche Bedeutung bekommen, wie der Wunsch nach einem klassischen Job bei einem Großunternehmen. Dazu wollen die Grünen Gründer sozial besser absichern und in die gesetzliche Rentenversicherung aufnehmen. Bürokratische Hürden sollen abgebaut, Gründerinnen gezielt gefördert werden.

Der Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sieht viele Betätigungsfelder für Jungunternehmer infolge der Digitalisierung, der zunehmenden globalen Vernetzung und des Klimawandels. „Wer gute neue Ideen anbieten kann, um diese Probleme anzugehen, wird auch wirtschaftlich erfolgreich sein“, sagte Schwarz.

Grünes Programm zur Startup-Förderung: Finanzierung zentral

Ein Stolperstein für Jungunternehmer ist die Finanzierung. Vielen gehe die Puste aus, ehe ihre Idee zur Marktreife gelange, konstatiert Lindlohr. Die Gründungspolitik der Grünen sieht vor, Unternehmen in der Frühphase zu unterstützen. Ein entsprechendes Programm ist bisher befristet. Die Grünen wollen es laut Lindlohr „zu einer zentralen Säule unserer Gründungspolitik ausbauen“.

Auch die internationale Vernetzung der Startups soll mit Hilfe des Landes erleichtert werden. Im Silicon Valley betreibt das Land bisher das „Innovation Camp BW“, das mittelständische Unternehmen unter anderem bei internationalen Kontakten unterstützt. Das Camp soll wachsen und außer Mittelständlern künftig auch Startups bedienen, die aus Baden-Württemberg kommen oder sich mit Baden-Württemberg vernetzen wollen, kündigt Lindlohr an.

Alle Angebote sollen unter der bereits etablierten Dachmarke „Startup BW“ vereinheitlicht werden. Wichtig sei „Baden-Württemberg als Hot-Spot der Gründerszene national wie international ein Gesicht zu geben“.

Startups brauchen auch Fachkräfte ohne Sprachkenntnisse

Beim Werben um Fachkräfte ziehen Neugründungen oft den Kürzeren gegenüber etablierten Unternehmen. Nach Einschätzung der Grünen könnte da eine neue Einwanderungspolitik helfen. Das vom Bund geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz setzt nach Einschätzung von Fraktionschef Andreas Schwarz zu hohe Hürden.

Es sei „realitätsfern“ und gehe am Bedarf der Startups vorbei, wenn Fachkräfte und Akademiker nur dann zur Arbeitssuche nach Deutschland kommen könnten, wenn sie schon gut Deutsch sprächen.

CDU-Wirtschaftministerin sieht ihren Kurs bestätigt

Die CDU-Wirtschaftsministerin  Nicole Hoffmeister-Kraut sieht ein grünes Programm zur Startup-Förderung als  Bestätigung ihres bereits eingeschlagenen Kurses.

Mit Maßnahmen, beispielsweise zur professionellen Betreuung von Hightech-Startups durch acht im Land verteilte Startup BW-Acceleratoren oder mit Konzepten zur Frühphasenfinanzierung und zur Gewinnung von Investoren habe sie „die Gründungsförderung bereits auf ein Niveau gebracht, das sich durchaus mit nationalen und internationalen Top-Adressen messen kann“. Wenn der Koalitionspartner sich nun dafür einsetze, dass die notwendigen Finanzmittel verstetigt würden, sei das zu begrüßen.

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