Mittelstand und Digitalisierung: Noch Nachholbedarf

Mittelstand und DigitalisierungDer Digitalgipfel des Landes 2018 ist in Stuttgart auf große Resonanz gestoßen. Screenshot: IdeenwerkBW

Mittelstand und Digitalisierung – hier gibt es in in Baden-Württemberg Nachholbedarf. Diese Firmen werden auch in den kommenden fünf Jahren den Abstand zu den Großunternehmen nicht aufholen können. Das ist das Ergebnis eines Digitalreports, den das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte. Doch es gibt ermutigende Signale.

Die mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg werden bei der Digitalisierung auch in den kommenden fünf Jahren den Abstand zu den Großunternehmen nicht aufholen. Das ist das Ergebnis des Wirtschaftsindex Digital von Kantar TNS und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW), den das Wirtschaftsministerium des Landes in Auftrag gegeben hat. Demnach nimmt die Digitalisierung der Großunternehmen, die derzeit bei 54 von 100 maximalen Punkten liegt, Fahrt auf und soll 2022 dann 60 Punkte erreichen. Die mittelständischen Unternehmen hinken aber weiterhin den Großunternehmen nicht nur hinterher – der Abstand wird sich noch vergrößern. Er soll von derzeit 52 auf nur 54 Punkte binnen fünf Jahren steigen.

„Der Mittelstand muss zum Treiber der digitalen Transformation werden“, sagte Tobias Weber von Kantar TNS. In der künftigen Digitalpolitik „sollte ein besonderer Fokus“ darauf liegen, den Digitalisierungsgrad mittelständischer Firmen zu steigern, so sein Appell an die Politik. Die insgesamt gute Entwicklung bei den Großunternehmen sei von „besonderer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung“, weil sie einen Großteil der Umsätze erzielten, so Weber

Das Land liegt bei der Digitalisierung über dem Bundesschnitt

Im Bundesvergleich ist die Wirtschaft in Baden-Württemberg bei der Umstellung auf das digitale Zeitalter mit einem Indexpunkt geringfügig besser aufgestellt. Im Land ist derzeit die Informations- und Telekommunikationsbranche mit 79 von 100 möglichen Punkten am stärksten digitalisiert. Die Kreativwirtschaft (62 Punkte), die Finanz- und Versicherungsdienstleister (61 Punkte) und der Handel (55 Punkte) liegen ebenfalls über dem Schnitt. Am schwächsten schneidet das Handwerk (38 Punkte) ab. Der Maschinen- und Fahrzeugbau (50 Punkte) werde in punkto Digitalisierung in den kommenden Jahren am stärksten aufholen, heißt es.

Laut Studie glauben 90 Prozent der befragten Unternehmen im Land, dass infolge der Digitalisierung die IT-Sicherheit eine immer größere Rolle spielt. „Die derzeit stattfindende digitale Vernetzung und der zunehmende Austausch von Daten machen die IT-Infrastruktur von Unternehmen angreifbar“, sagte Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs Digitale Ökonomie am ZEW. „Damit ist die IT-Sicherheit die Achillesferse des Digitalen Wandels.

Mittelstand und Digitalisierung: Das Thema Sicherheit zählt

Als größte Risiken sehen die befragten Unternehmen Hackerangriffe und die zunehmende Komplexität der IT-Systeme, die es erschwere, Sicherheitslücken zu identifizieren und die immer wieder neu auftretenden Schwachstellen zu schließen. Auch fehlerhafte Hard- und Software und der wachsende Datenaustausch gelten als großes Risiko. Inzwischen gebe fast ein Viertel der Unternehmen mehr als fünf Prozent des IT-Budgets für die IT-Sicherheit aus. Die beliebtesten Maßnahmen sind der Schutz mit Passwörtern und die Verschlüsselung von Daten und der E-Mail-Kommunikation. Jedes zweite Unternehmen bildet laut Studie Führungskräfte bei der IT-Sicherheit weiter.

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