M.Tech Accelerator Stuttgart eröffnet

M.Tech Accelerator StuttgartFür coole Arbeitsatmosphäre ist auf dem ehemaligen Industrieareal im Wizemann gesorgt. Foto: Wizemann Space

Mit dem M.Tech Accelerator Stuttgart haben Startups nun einen Ort, wo sie in kreativer Atmosphäre und engem Kontakt zur stärksten Branche der Region ihre Geschäftsideen rund um das Thema Mobilität entwickeln können.

Der vom Land mit 700 000 Euro geförderte M.Tech Accelerator Stuttgart,  ist Teil eines im ganzen Land verteilten Netzwerks, mit dem regional unterschiedliche Technologieschwerpunkte gesetzt werden. In den Startup-Beschleunigungsprogrammen sollen viel versprechende Gründer in der Frühphase ihrer Entwicklung unterstützt werden. „Man kann dies als Olympiastützpunkte für innovative Gründer bezeichnen“, sagte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Dienstag zur Eröffnungsveranstaltung des M.Tech Accelerators in Stuttgart.

In Stuttgart, einem von sieben Projekten im Land, stehen das in der Region stark verankerte Thema Mobilität und der Ingenieursbereich im Mittelpunkt. Weitere Partner sind die Stadt, die Wirtschaftsförderung der Region, die Technologie-Transfer Initiative (TTI) der Universität Stuttgart, die Wirtschaftsinitative Bwcon sowie das Startup-Zentrum Wizemann Space.

Suche nach Konzepten über die Auto-Mobilität hinaus

Achtzig Prozent der Kosten trage das Land, sagte die Wirtschaftsministerin. Den Rest bringen die Träger auf. Sie sprach angesichts von zwei Dutzend Firmen im Land, die das Projekt unterstützen, von einer „beeindruckenden Zahl von Industriepartnern.“

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn nannte das Wizemann-Areal, das immer noch die Atmosphäre der früheren Industrieproduktion verbreitet, einen „magischen Ort der Innovation.“ Einst seien hier Tretlager für Fahrräder gebaut werden, später Teile für die Automobilindustrie. Die Verbindung aus Kultur und Innovation mache den Standort besonders attraktiv. Kuhn verwies auch auf die Stuttgarter Innovationskompetenz im Automobilbereich, die sich etwa im Kooperationsprojekt Arena 2036 von Universität Stuttgart und Autoindustrie sowie in Daimlers Programm Startup Autobahn widerspiegle.

Sowohl Hoffmeister-Kraut als auch Kuhn stellen dem Accelerator die Aufgabe, Mobilität auch über das Auto hinaus zu denken. „Wir brauchen neue Konzepte hin zu Mobilitätsdienstleistungen“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Der M.Tech Accelerator Stuttgart bietet ein Jahr Programm

Die Startups erhalten in dem zwölfmonatigen Programm Unterstützung in den Bereichen Entwicklung, bei der Ausarbeitung eines Geschäftsmodells und bei der Vernetzung mit Partnern, Investoren oder potenziellen Kunden. Basiert ist das Ganze im Wizemann Space in Stuttgart, einem ehemaligen Industrieareal, wo 750 Quadratmeter Fläche für offene, so genannte Coworking-Büros zur Verfügung stehen. Insgesamt stehen Plätze für 25 Startup-Teams zur Verfügung, von denen elf bereits vergeben sind.

Es gibt Zugang zu Test- und Laboreinrichtungen für Software und Hardware. Die Startups präsentieren sich im Verlauf des Programms regelmäßig  vor Experten und zum Finale. Für das Programm kann man sich jederzeit bewerben und auch das ganze Jahr hindurch starten. Es gibt in den Wizemann-Spaces Ansprechpartner vor Ort, individuelle Workshops und ein rollierendes Seminarprogramm.

Zahlreiche Partner aus der Region

Als Firmenpartner eingestiegen ist etwa der Esslinger Automatisierungsspezialist Festo, der schon Erfahrung mit Startup-Kooperationen hat. Aber auch beispielsweise der Ditzinger Maschinenbauer Trumpf, der Autozulieferer Mahle, der Technologiekonzern Bosch, die IT-Unternehmen Vector Informatik aus Stuttgart und Hewlett Packard Enterprise sind dabei.

Dazu kommen Spezialisten wie die auf Automobilelektronik spezialisierte Crailsheimer Firma CTC Cartech Company oder Technologieentwickler wie das Fraunhofer Institut. Das Startup-Projekt Startup Autobahn von Daimler taucht in der Liste ebenso auf wie die Stadtwerke Stuttgart oder der Energiekonzern EnBW.

Startups wollen etwa effiziente Ladeinfrastruktur für E-Autos

Am Eröffnungstag präsentierten sich zwei der Startups. Das von ehemaligen IBM-Mitarbeiter gegründete Unternehmen E3Charge will eine effizientere Nutzung der Ladeinfrastruktur für E-Autos erreichen. Das System soll es beispielsweise erlauben, Ladesäulen des Nachbarn zu benützen, wenn er sie für sein eigenes E-Fahrzeug gerade nicht benötigt – und dann die Nutzung abrechnen. Es soll Informationen über freie Ladestellen bieten und auch ein netzverträgliches Laden ermöglichen.

Die App-Entwickler von Ciconia Software wollen das Problem des Onlineeinkaufs für den täglichen Bedarfs für den ländlichen Raum lösen, gerade für Menschen, die selber nicht  sehr mobil sind. Dazu sollen ebenfalls nach dem Prinzip der Sharing Economy freie Transportkapazitäten von Pendlern oder regionalen Lieferdiensten genützt werden. Abholstation der auf einer App basierenden Plattform könnte dann beispielsweise der örtliche Bäcker sein.

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