Harte Zeiten für kleine Online-Anbieter

Kleine Online-AnbieterBestellungen mit dem Mobilgerät werden im E-Commerce immer wichtiger. Foto: CC0

Auf die zehn größten Onlinehändler in Deutschland entfallen knapp 40 Prozent der Umsätze in der Branche. Während Amazon, Otto & Co weiter zulegen, fallen kleine Online-Anbieter am Markt zurück.

Vom anhaltenden Boom im Online-Handel profitieren vor allem die großen Anbieter. Die 1000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland verzeichneten im vergangenen Jahr ein Wachstum von elf Prozent auf knapp 40 Milliarden Euro, wie das Forschungs- und Beratungsinstitut EHI in Köln am Donnerstag mitteilte. Der Löwenanteil, rund 16 Milliarden Euro oder 40 Prozent, entfiel dabei auf die zehn stärksten Anbieter im Markt. Unumstrittener Marktführer bleibt Amazon mit einem Jahresumsatz von 8,1 Milliarden Euro; mit großem Abstand folgen Otto (2,7 Milliarden Euro) und Zalando (1,1 Milliarden Euro).

Für die kleinen Shops wird es dagegen immer enger im hart umkämpften Markt um den Kunden. So erreichten die Plätze 501 bis 1000 bereits im zweiten Jahr in Folge weniger Umsatz als im Vorjahr (vier Milliarden Euro) und generierten in 2016 gemeinsam nur noch 3,8 Milliarden Euro. „Die kleineren Shops gehören tendenziell zu den Verlierern einer sich nach vorne entwickelnden Branche“, kommentierte Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI, die Entwicklung.

Der Trend für kleine Online-Anbieter betrifft auch Startups

Für Startups, die sich mit ihren Online-Shops oft auf spezielle Nischen konzentrieren und von der Natur der Sache her erst einmal klein anfangen, sind das keine guten Nachrichten. Es braucht offenbar sehr fokussierte und zielgruppengerechte Angebote, um sich im Schatten der Großen seinen Platz zu erkämpfen. Reine Online-Angebote erscheinen nicht in jedem Fall zukunftsfähig – es gilt auch, Offline die richtige Nische zu finden.

Bei einem Trend sind sich hingegen alle Anbieter einig, egal ob große oder klein, die Online-Händler setzen mittlerweile nahezu flächendeckend auf das Mobile Shopping: 2016 lag der Anteil der Händler, die ihre Onlineshops für mobile Endgeräte angepasst haben, bei über 80 Prozent. In diesem Jahr sind es bereits knapp 90 Prozent. Der Großteil der Anbieter – 87 Prozent – präsentiert seine Produkte zusätzlich zum Online-Auftritt am PC oder Laptop auf einer mobilen Webseite. Aber auch der Anteil an Shops mit App hat deutlich zugenommen: von 28 Prozent im Jahr 2016 auf mittlerweile knapp 36 Prozent.

Für das Wachstum der Großen steht die Einstellungspolitik von Amazon: Um die Bestellungen im anstehenden Weihnachtsgeschäft bewältigen zu können, will der Internet-Versandhändler  aus in diesem Jahr bis zu 13 000 Saisonkräfte in Deutschland einstellen. Die befristeten Arbeitsplätze würden an zehn Standorten geschaffen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit: in Bad Hersfeld, Brieselang, Dortmund, Graben, Koblenz, Leipzig, Pforzheim, Rheinberg, Werne und Winsen (Luhe). Allein in Koblenz würden 1800 Mitarbeiter zusätzlich gesucht, in Leipzig 1800 und in Pforzheim 500.

Noch mehr Innovationen...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


*

Ideenwerkbw.de Newsletter

Einmal pro Woche die neuesten Startup-News!

NEWSLETTER