Ressourcenstrategien – KIT mit neuem Auftrag

RessourcenstrategienDie Verfügbarkeit von Rohstoffen wird auch für die Wirtschaft in Baden-Württemberg zum strategischen Thema. Foto: CC0

Das KIT in Karlsruhe erhält einen Thinktank für industrielle Ressourcenstrategien. Es geht um den sparsamen Umgang mit knappen Rohstoffen. Das Land will „neue Denkansätze“ zum Recycling fördern.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wollen noch im Dezember eine gemeinsame Kabinettsvorlage zur Gründung einer Denkfabrik (Thinktank) zum sparsamen Umgang mit Rohstoffen einbringen. Dies bestätigte das Umweltministerium. „Ja, die Vorlage ist im Entwurf fertig“, sagte ein Sprecher.

Grafit und Kobalt sind nur schwer zu ersetzen

Das Projekt war bereits 2016 im Koalitionsvertrag angekündigt worden, nun nimmt es konkrete Formen an. Die Leitidee ist, dass die heimische Industrie zwar stark von Rohstoffen abhängig ist, aber das Land nach Unterstellers Worten „außer Kies, Salz, Holz und Sand keine anderen Ressourcen“ zu bieten hat. Gleichzeitig steigt der Bedarf beispielsweise an Seltenen Erden rapide an. Der Rohstoffbedarf insgesamt hat sich laut Ministerium seit 1987 verdoppelt, er werde sich bis 2050 nochmals verdoppeln.

Auch hat die EU die Liste der kritischen Rohstoffe, deren Produktion auf wenige Länder beschränkt ist und die schwer zu ersetzen sind, von 14 (2011) auf heute 27 erweitert. Dazu gehören beispielsweise Grafit, Kobalt, Magnesium und Metalle der Platingruppe.

E-Mobilität zwingt zu neuen Ressourcenstrategien

Gerade wegen des Ausbaus der E-Mobilität und der hohen Nachfrage nach Batterien wird mit einem zunehmenden Bedarf an diesen Stoffen gerechnet – ein ressourcensparender Einsatz sowie ein mögliches Recycling könnte daher die vornehmste Aufgabe der zu gründenden Denkfabrik werden. Sie soll neue Ideen liefern und „über Erwartbares“ hinausdenken. Politik und Industrie soll diese Forschungsanstalt bei technologisch-strategischen Fragen zur Ressourceneffizienz beraten.

Laut Ministerium trägt das Projekt den Namen „Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien“ und wird direkt am Präsidium des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) angesiedelt. Dessen Vizepräsident, Professor Thomas Hirth, hat sich bereit erklärt, den Thinktank nach außen zu vertreten. Mit einer Broschüre wirbt das Land derzeit bei Unternehmen für eine Beteiligung, denn geplant ist an eine gemeinsame Finanzierung durch Land und Wirtschaft. „Das Land wird den Thinktank jährlich mit einer Million Euro unterstützen, die gleiche Summe soll von der Industrie kommen“, erläuterte der Ministeriumssprecher.

Am Ende 15 bis 20 Mitarbeiter

Zum Jahresbudget von zwei Millionen Euro könnten eventuell noch Drittmittel aus Industrie, Wissenschaft und von der EU hinzukommen. Was die Mitwirkung der Wirtschaft anbelangt, ist das Land zuversichtlich. Es gebe bereits Zusagen in Höhe von knapp 600 000 Euro von Verbänden und Unternehmen. An den Start gehen wird der Thinktank für Ressourcenstrategien mit fünf bis sechs Mitarbeitern, im Endausbau sollen dort einmal 15 bis 20 Mitarbeiter tätig sein.

Die Landesregierung in Stuttgart befasst sich schon seit längerem mit der Suche nach Antworten auf die Rohstoffknappheit. So hat sie im Oktober bereits zum sechstenmal den Kongress „Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft“ veranstaltet. Der Umwelttechnologiepreis des Umweltministeriums war dieses Jahr an die Firma OBE in Ispringen gegangen, die ein Recylcingverfahren anwendet, mit dem bei der Produktion von Dauermagneten Neodym, ein Metall der Seltenen Erden, drastisch eingespart werden kann.

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