JimDrive aus Stuttgart: Abschleppen per App

JimDrivePer App soll man den Pannendienst überall in Europa rufen können. Foto: JimDrive

Ein Stuttgarter Startup namens JimDrive will es als digitale Alternative mit den großen Automobilclubs von ADAC, AvD und Co. aufnehmen – und möchte dabei noch mehr sein als ein reiner Pannenservice.

Man stelle sich folgende Situation vor: Das Auto bleibt im Urlaub auf der Straße liegen, es herrscht eine sengende Hitze, auf der Rückbank quengeln die Kinder – und man benötigt schleunigst einen Pannenservice. Ein klassischer Fall für die Abschleppdienste von ADAC, ACE, AvD und Co. Diesen Markt aufmischen will nun ein Stuttgarter Startup namens JimDrive.

Timo Weltner, Christoph Mayer und Sofian Oweideh heißen die drei Gründer, die hinter JimDrive stecken. Ende 2015 haben sie das Unternehmen, das am Stuttgarter Feuersee seinen Sitz hat und inzwischen 20 Mitarbeiter beschäftigt, an den Start gebracht. Man wolle das Thema Mobilität zukunftsfähig machen, die digitale Transformationen in diesem Bereich begleiten, erzählt Weltner, 32 Jahre alt.

Die App von JimDrive übermittelt den Standort automatisch

Die Idee von JimDrive: Abschleppen per App. Der Kunde kann in Deutschland und dem europäischen Ausland mit dem Smartphone (oder auch konventionell über eine Hotline) Hilfe anfordern. Der Standort wird automatisch übermittelt, es werden wichtige Infos abgefragt und der Nutzer bekommt regelmäßig Updates über den Einsatz. „Sie wissen also genau, wann der Abschleppwagen kommt“, sagt JimDrive-Gründer Weltner. In naher Zukunft solle es sogar möglich sein, auf einer Karte in Echtzeit zu verfolgen, wo der Werkstattwagen gerade steckt und wie lange er noch zum Einsatzort braucht.

Anders als die großen Automobilclubs hat das Stuttgarter Startup keine eigenen Abschleppfahrzeuge. Stattdessen kooperiere man mit Assistance Partner, mit knapp 2000 Fahrzeugen dem zweitgrößten Pannen-Netzwerk in Deutschland, erzählt Weltner. Noch ein Unterschied: Bei JimDrive gibt es keine Vereinsstrukturen, keine stationären Läden, keine Mitgliederzeitschriften. Ein Grund, so Welter, warum man günstigere Angebote machen könne, als die Mitbewerber. So biete JimDrive seinen Europa-Tarif für knapp 60 Euro im Jahr an, beim ADAC koste ein vergleichbares Angebot mehr als 80 Euro.

Auch ein digitales Fahrtenbuch ist möglich

Momentan steht bei JimDrive der Online-Pannenservice im Vordergrund. Die kostenlose App, die es für iOS und Android gibt, bietet aber auch noch weitere Funktionen: So ist es möglich, ein digitales Fahrtenbuch mit Routenaufzeichnung zu führen oder Tankvorgänge zu speichern. So habe man immer einen Überblick über Kosten und Spritverbrauch, sagt Weltner. „Ziel ist es, mit unserem Angebot Autobesitzern den maximalen Komfort und Nutzen für unterwegs zu bieten“, sagt der Gründer. In der Zukunft wolle man weitere Dienste rund um Parken, Tanken und Servicewerkstatt aufbauen, die durch digitale Unterstützung smarter werden.

Weltner und sein Team wollen beispielsweise das Bezahlen an der Tankstelle aus dem Auto heraus via App realisieren. Über die OBD-Schnittstelle, die sich seit dem Baujahr 2001 in jedem Auto befindet, soll zudem der Zustand des Fahrzeugs sowie der Tankstand gleich über die App abgefragt werden können. Das entsprechende Gerät, das im Auto angeschlossen wird und die Fahrzeugdaten ausliest, soll bald erhältlich sein, berichtet Weltner. Das Stuttgarter Startup möchte also viel mehr sein als nur ein digitaler Konkurrent der etablierten Marktführer.

Das Marktpotenzial ist immens

Mit 54 Millionen Führerscheinbesitzern in Deutschland ist das Marktpotenzial für das junge Unternehmen immens. Eine genaue Angabe zur Mitgliederanzahl möchte die Gründer derzeit nicht machen. Finanziert wird JimDrive von verschiedenen Risikokapitalgebern und Business Angels aus Berlin und Stuttgart. In der jüngsten Finanzierungsrunde konnte das junge Unternehmen mehr als eine Million Euro einsammeln.

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