Startup Flickstuff entwickelt Fernseh-App

flickstuffDominique Rau und Annabel Daferner arbeiten direkt in der Universität. Foto: Fritsch

Auf dem Smartphone bekommen Fernsehzuschauer bald Zusatzinformationen zum Programm. Die App Flickstuff wird in Vaihingen von drei jungen Unternehmern entwickelt und soll im Sommer dieses Jahres auf den Markt kommen.

Wer kennt es nicht? Im Fernsehen läuft Hintergrundmusik, über die man gerne mehr wissen möchte, oder der Lieblingscharakter einer Serie trägt mal wieder die Jacke, die man auch so gerne hätte. Für solche Fälle haben sich Dominique Rau, Johannes Knittel und Annabel Daferner etwas einfallen lassen. Eine App soll parallel zum Fernsehprogramm Zusatzinformationen liefern. Passende Wikipedia-Artikel, iTunes-Angebote oder Amazon-Links werden automatisch auf dem Smartphone angezeigt.
Die Idee für die App „Flickstuff“ stammt von Dominique Rau. Der 28-jährige Master of Science hat in einer Serie einen Wandschmuck entdeckt, zu dem er gerne mehr Informationen gehabt hätte. Er wurde jedoch weder selbst fündig, noch fand er Anwendungen, die ihn bei der Suche hätten unterstützen können. Der damalige Student stand kurz vor seiner Masterarbeit und machte sich seine Idee dafür zu Nutzen. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Johannes Knittel tüftelte er an der App. Annabel Daferner kam später zu dem jungen Unternehmen hinzu. Sie ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Ich habe zu der Zeit Informatiker gesucht, und die Jungs haben so jemanden wie mich gesucht“, sagt Daferner.

Flickstuff gibt es derzeit als Beta-Version

Die App soll einen Fortschritt in der Second Screen Entwicklung bringen, also dem Fernsehen mit einem zusätzlichen Endgerät. Die Flickstuff-App erkennt beim Öffnen, welches Fernsehprogramm der Nutzer anschaut. Passend dazu erscheinen dann auf seinem Handy Wikipedia-Artikel zu Inhalten der Sendung oder Links, über die er ähnliche Kleidungsstücke wie die der Schauspieler kaufen kann. Auch die Hintergrundmusik kann der Nutzer sich anzeigen lassen und sofort auf iTunes oder Amazon kaufen. „Bei Android funktioniert iTunes nicht, deshalb haben wir auch immer noch Amazon mit dabei“, erklärt Daferner. Wenn der Nutzer über einen der Links in der App ein Produkt kauft, bekommen Daferner, Rau und Knittel Geld dafür. Das ist das Ziel der jungen Unternehmer.
Bisher gibt es die App als Beta-Version für alle Interessierten, die einen Link zum Herunterladen der Anwendung anfordern. Dazu muss man sich auf der Webseite des Startups registrieren. „Mit der Funktionalität sind wir eigentlich zufrieden, es geht jetzt noch um Kleinigkeiten“, sagt Daferner. So wollen sie und die Jungs möglichst viele Menschen befragen, was man an der App noch verbessern kann und so einen anderen Blick auf das eigene Produkt bekommen. „Damit haben wir zum Beispiel gar nicht gerechnet: Die Leute haben gesagt, dieser Strich sieht aus wie ein Ladebalken, wann ist es denn geladen?“, erzählt Daferner. Der Strich ist eigentlich zur Orientierung da. Er zeigt an, ob sich der Nutzer gerade bei den vorgeschlagenen Sendern oder der kompletten Auswahl befindet. Auf den Markt wollen die drei Unternehmer mit der App voraussichtlich noch in diesem Jahr. „Wenn es im Sommer klappt, wäre das wirklich gut“, sagt Daferner.

Ausgründung der Universität

Gegründet wurde das Startup im August 2016. Als 2500. Mitglied wurden die drei Unternehmer in den Wirtschaftsrat aufgenommen. Der Landesvorsitzende Joachim Rudolf und der Landesgeschäftsführer Daniel Imhäuser haben die Unternehmer deshalb in ihrem Büro in der Universität auf dem Campus Vaihingen besucht und persönlich im Wirtschaftsrat begrüßt. Ihr Büro haben die Drei in der Universität, weil sie eine sogenannte Ausgründung dieser sind. Der vierte Gesellschafter ist ein Professor.
Flickstuff wurde ein Jahr lang von dem Gründerstipendium Exist unterstützt. Annabel Daferner erzählt, dass sie im Rahmen des Stipendiums geforscht haben, ob Flickstuff mit seiner App auch wirklich etwas Neues auf den Markt bringen könne, oder ob es bereits andere Angebote gibt. „Andere Apps spezialisieren sich auf einen Sender oder zeigen nur Hintergrundinfos“, sagt Daferner. „Außerdem können sie das nicht zeitgleich zum TV-Programm und diese Echtzeit ist uns sehr wichtig.“ Flickstuff dagegen bietet Zusatzinformationen für alle deutschen Sender an und liefert das Material schnellstmöglich. „Bei uns ist das sofort da, oder zumindest mit ein paar Sekunden Verzögerung, aber nicht erst nach zwei Tagen“, sagt Daferner.

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