Finale für fünf Startups bei Accelerate Stuttgart

Accelerate StuttgartDas Team von Padaja beim "Pitch" in den Accelerate Spaces; Foto: Accelerate Stuttgart

Erstmals haben fünf junge Unternehmen in Stuttgart ein innovatives, sechsmonatiges  Schulungsprogramm durchlaufen,  das in der Anfangsphase   beim Durchstarten hilft.  Beim Demo-Day von Accelerate Stuttgart haben sie ihre Pläne präsentiert.

Bei dem sechsmonatigen, vom privaten Anbieter Accelerate Stuttgart offerierten Programm geht es darum, struktuiert und in schnellen „Sprints“  den Schritt von einer ersten Geschäftsidee hin zu einem wachstumsfähigen Unternehmen zu gehen. Dafür werden beispielsweise in kreativer Weise Markttests und Kundenumfragen gemacht, Prototypen entwickelt und erste Geschäftsmodelle getestet.
Die Unternehmen, die sich dieser Woche im privaten Startup-Zentrum Accelerate Spaces am Feuersee unter anderem potenziellen Investoren vorstellten,  haben an Konzepten gearbeitet, wie sie für den eher auf geschäftliche Anwendungen konzentrierten Stuttgarter Standort nicht so üblich sind.
Die Plattform Balloonas versucht zu einer Anlaufstelle im Netz für die Rundum-Planung von Kindergeburtstagen zu werden. eGameStrategy versucht von dem Trend zu profitieren, dass im Internetspiele analog zum Poker zunehmend mit einem Geldeinsatz gespielt werden. Flurfunk hat eine App entwickelt, die es  ermöglicht auf einer Google-Landkarte zu erfahren, was in der Umgebung los ist – von Partys bis hin zu Verkehrsunfällen. Lingoventura will die bisher umständliche und weit hinter dem Komfort von Pauschalreisen hinterherhinkende Buchung von Sprachreisen vereinfachen. Und der Online-Shop Padaja will praktische Produkte rund um den Bedarf von  Geschäftsreisen anbieten – unter anderem mit einem innovativen Verkaufsterminal, was in Hotellobbys aufgestellt werden kann.  Zum Abschlussprogramm gehörte auch die Einübung von Präsentationen, die nun in Stuttgart vorgestellt wurden – vor allem eines Expansionskonzepts.
Kühne Ideen wurden im Laufe des Programms auch unter dem ironischen Slogan „Meine Idee zur Weltherrschaft“ entwickelt. Noch sind die Teams an einem Punkt, wo sie Erstnutzer und -kunden gewinnen. Die ortsbasierte Event-App Flurfunk beispielsweise hat in Stuttgart inzwischen mit 2000 Nutzern eine kritische Masse erreicht,  um zumindest innerhalb der Stadt eine genügend große Menge an eingespeisten Inhalten zu haben. (Bei der Lokalisierung von örtlichen Meldungen und Nachrichten kooperiert der Anbieter mit der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten). Angesichts eines Nutzerwachstums von zuletzt mehr als 60  Prozent im Monat will man nun den Schritt in weitere deutsche Städte gehen. „Konkurrenten sind bisher nur in der Frühphase. Wir sind da noch ziemlich einmalig“, sagt Florian Fink von Flurfunk. Geschäftsmodell soll zunächst die Werbung für Läden im unmittelbaren Umfeld des Nutzers sein.
Wie für alle beteiligten Startups steht dafür nun verstärkt das Marketing im Mittelpunkt – wofür Kapitalspritzen notwendig sind.  So sollen beispielsweise von Flurfunk so genannte Uni-Botschafter angeheuert wurden, welche die auf eine wachsende Nutzerzahl angewiesene App in diesem digital-affinen Umfeld verbreiten.

Accelerate Stuttgart würde mit Anteilen am Erfolg partizipieren

Die Teams steckten in Stuttgart große Horizonte ab: So will  Balloonas laut Andrea Kranzer, die auch als Investorin engagiert ist, schon Anfang 2017 mit einer englischsprachigen Version in Großbritannien und den USA expandieren. Ziel sind  zehntausend Nutzer am Tag auf der Plattform  eGameStrategy, das schon kurz vor dem Demo-Day einen strategischen Investor an Bord holen konnte,  nimmt ebenfalls ehrgeizig einen riesigen Markt in den Blick. Den bezifferte das Team auf eine Milliarde Spieler auf der Welt:  „Wir glauben, dass das ein ganz großes Ding ist“, sagte der Mitgründer Tim van der Heyden, der schon Erfahrungen mit dem Onlinespielen in der Pokerszene gesammelt hat. Mit den ersten großen Spieleplattformen gibt es inzwischen Provisionsverträge zur Vermittlung von Spielern.   Padaja kooperiert bei der Vermarktung bei den Hotelketten bereits mit Code2Order, einem weiteren Startup aus Stuttgart, das unter Bestellvorgänge in  Hotels bequem auf das Smartphone bringen will. Johannes Ellenberg, der Geschäftsführer von Accelerate Stuttgart, das sich die intensive Betreuung mit Anteilen an den Unternehmen bezahlen ließ und damit an deren Erfolg partizipieren würde, unterstrich allerdings, dass nun die entscheidende Wachstumsphase erst noch ansteht. Alle Unternehmen brauchen dafür noch entsprechende Investoren.
„Normalerweise sagt man ja bei Startups, dass nur eins von zehn es wirklich schafft. Aber wir hoffen doch, dass wir durch unsere Betreuung die Quote in dieser Gruppe ganz entscheidend verbessert haben.“ Im Vergleich zu den ersten Präsentationen zu Beginn des Programms im vergangenen Oktober waren jedenfalls die Fortschritte inbesondere beim Thema Geschäftskonzept  deutlich wahrnehmbar.  Die Teams haben sich inzwischen vom Feuersee verabschiedet und müssen nun auf eigenen Füßen stehen.

Noch mehr Innovationen...

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