Digital Life Day 2019 bei Daimler

Digital Life Day 2019Mit einer Datenbrille kann ein Mitarbeiter unter die Karosserie des Daimler Elektrofahrzeugs EQC schauen. Foto: Daimler

Der alljährliche Digital Life Day bei Daimler soll Mitarbeitern vermitteln, welches Potenzial in der Digitalisierung steckt.

Sebastian Thiemt ist ein Beispiel dafür, warum Daimler jedes Jahr 1000 Mitarbeiter aus aller Welt und den unterschiedlichsten Bereichen zusammenbringt, damit sie ihre Ideen rund um das Thema Digitalisierung austauschen können. Vor drei Jahren konnte der Mitarbeiter von Daimlers Digitalisierungsinitative Digital Life noch nicht im Voraus einschätzen, ob er neu gekaufte Möbel in seinem Smart verstauen könnte.

Auf dem „Digital Life Day“ genannten Innovationstreffen, fand der Mitarbeiter im Jahr 2016 aber Mitstreiter, die ihn dabei unterstützten, eine App zu entwickeln, die mithilfe Künstlicher Intelligenz beim Kofferraum-Puzzlespiel hilft – sozusagen nach dem Muster des bekannten Computerspiels Tetris. Bei diesem Spiel gewinnt derjenige, der die unterschiedlichsten am Bildschirm herunterpurzelnden Bausteine perfekt zusammenzufügen vermag.

Puzzle-App für den Kofferraum

Was anfangs nur für Smart-Modelle entwickelt wurde, wird in wenigen Tagen auch für die 25 Kofferraumvarianten der Daimler Vans der V-Klasse freigeschaltet – sozusagen als Komfort-Extra, welches das Leben rund ums Fahrzeug leichter machen soll: Einfach die Smartphone-Kamera auf den Kofferraum halten, den Gegenstand markieren, und schon schlägt die Gratis-App spezifisch zugeschnitten auf den eigenen Kofferraum die richtige Stapeltechnik vor. Schrittweise sollen weitere Modelle dazukommen.

Der Digital Life Day ist das größte interne Innovationsevent des Konzerns. In der hochsommerlich schweißtreibenden (unklimatisierten) Atmosphäre des ehemaligen Industriegeländes Werkzentrum West in Ludwigsburg wurden in diesem Jahr 49 von Mitarbeitern entwickelte Projekte präsentiert, die noch im Erprobungsstadium sind. Das Event dient erst einmal dazu, Impulse zu geben und Entwicklungsmöglichkeiten zu skizzieren.

Digital Life Day zeigt, wie man vorhandene Technik kreativ nutzt

Immer wieder geht es auch darum, vorhandene technische Möglichkeiten kreativer zu nutzen. So nutze etwa eine Projektgruppe aus der Entwicklungsabteilung für die Fahrzeugvernetzung die Tatsache, dass ein modernes Auto nicht nur einen Bildschirm, sondern auch eine Vielzahl von Sensoren hat für ein Spiel.

Die Informationen der Sensoren lassen sich mit etwas Programmierarbeit in Daten für ein Computerspiel übersetzen. So könnte etwa in einer längeren Ladepause eines Elektroautos das Lenkrad zur Spielekonsole werden. Der echte Lenkausschlag und das Originalgaspedal steuern dann auf dem normalen Konsolenbildschirm einen Computer-Rennwagen – der seinerseits auf einem existierenden Computerspiel basiert.

Auch interne Prozesse besser machen

Einige Projekte sind von vornherein erst einmal auf Anwendungen im Konzern ausgerichtet. So wurde in Ludwigsburg ein Projekt vorgestellt, bei dem angehende Schweißer zunächst rein digital geschult werden können. Oder ein Lernprogramm, das mithilfe einer Datenbrille und so genannter Augmented Reality – also der Kombination von realer und künstlicher Welt – beispielsweise Diagnosetechniker virtuell unter die echte Karossiere des neuen Elektro-Daimlers EQC schauen lässt.

Damit können Einzelteile dreidimensional und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden, und auch der Stromfluss kann zwischen Batterie und Motor simuliert werden. Zudem hat die App fürs Paketestapeln Potenzial für die Produktion: Schon heute ist denkbar, dass autonome Gabelstapler wie bei Tetris Pakete optimal anordnen.

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