Bawükommt 2016 – Bilanz der zweiten Tour

Bawükommt 2016Die Teilnehmer der Bawükommt-Deutschlandtour 2016 vor ihrem Bus. Foto: Bawükommt

Zwei Dutzend Repräsentanten des Startup-Standortes Baden-Württemberg haben auf der Tour Bawükommt 2016 wieder einmal einige Tage lang die Republik bereist.  Fazit: Das Interesse am Südwesten wächst inzwischen auch  in Berlin. 

Ein wenig mehr Stehvermögen (oder besser Sitzfleisch) ist in diesem Jahr bei der Rundreise  Bawükommt 2016 gefragt gewesen: Ein paar der Busetappen, etwa zwischen Frankfurt und Berlin gingen dieses Mal bis ziemlich in die Nacht hinein. „Das hat den Draft-Bierkonsum etwas gesteigert – und noch mehr Zeit für Gespräche geboten“, sagt Adrian Thoma vom veranstaltenden Bundesverband Deutsche Startups. Zwölf Startup-Vertreter und ein weiteres Dutzend Mitfahrer von Institutionen oder Firmen  wie dem Landeswirtschaftsministerium, der Technologiefabrik Karlsruhe  oder dem Automobilzulieferer Mahle haben zum zweiten Mal baden-württembergische Startup-Außenpolitik betrieben. (Zum dritten Mal, wenn man eine kleinere Tour im Jahr 2014 dazu rechnet).

Bawükommt 2016: Viel Interesse am Gründer-Standort Südwest

Republikweit wächst das Interesse daran, wie sich der Gründerstandort im Südwesten entwickelt. Beitgetragen haben dazu Nachrichten, die unterstreichen, dass die großen etablierten Konzerne in Baden-Württemberg das Thema zunehmend für sich entdecken. Daimlers Startup Autobahn ist so ein Projekt, das jenseits seiner praktischen Dimension auch überregional imagefördernd ist.  Die Teilnehmer trafen allerdings auch ein  kreatives Team aus dem Bereich Lieferwagen, das der Konzern im Berliner Coworking-Space Betahaus angesiedelt hat.
„Wir hatten es diesmal ganz leicht, überall Gesprächspartner zu finden“, sagt Thoma. Er nennt das Beispiels eines Berliner Startups, das im Bereich der Ausrüstung für Festivals tätig ist und das festgestellt hat, dass der süddeutsche Markt in Deutschland der Attraktivste ist. „Die überlegen sich jetzt, ob Baden-Württemberg oder Bayern der beste Standort ist und hatten deshalb ganz viele konkrete Fragen zur Szene im Land.“
Aber mit dem einstigen Karlsruher Startup Store2be, das im dortigen Cyberlab gestartet ist, besichtigte die Delegation in Berlin auch ein Beispiel, das für die Magnetwirkung der deutschen Hauptstadt steht. Store2Be vermittelt kurzfristige Aktionsflächen in Kaufhäusern und Läden – ein klassisches Konsumententhema. Inzwischen  hat das Unternehmen seinen Sitz in Berlin. Zwei Argumente sprachen dafür: Der bessere Zugang zu Talenten aus dem Bereich Konsum und Marketing und die Nähe zu Investoren, die auf das Online-Geschäft und die Online-Vermarktung spezialisiert sind. „Die Gründer haben aber betont, dass sie ohne die Förderung und die Aufmerksamkeit in Karlsruhe nie hätten erfolgreich starten hätten können“, sagt Thoma. In Berlin wäre man in diesem Bereich nur ein Startup unter vielen gewesen. Nur: Was die Arbeitsplätze konkret in Baden-Württemberg angeht, sind all die Förderbemühungen erst einmal verpufft. Das sei eben die freie Marktwirtschaft, sagt Thoma: „Es gibt aber genügend Beispiele von Gründern, die nach ein paar Jahren in Berlin wieder zurückkehren.“

Frankfurt zeigt den Erfolg in der Nische

Neben Berlin war eine weitere Etappe Frankfurt, eine Stadt, die von ihrem Image her wohl eher eine Messlatte für Stuttgart sein kann. Motto: Wer dort lebt, weiß  die Stadt zu  schätzen – nach außen ist das Image eher mau. Frankfurt hat allerdings im Bereich der Finanztechnologie (Fintech) eine Nische gefunden – die  auch in Stuttgart Potenzial hätte, weil dort auch genügend potente Banken und Versicherungen ihren Standort haben. „Eine Nischenpolitik kann durchaus sinnvoll und erfolgreich sein“, so resümiert Thoma die dortigen Erfahrungen.
Erstmals begleitete ein  Vertreter des baden-württembergischen Wirtschaftministeriums die Gruppe. Zudem begann die  Rundreise in Karlsruhe mit einem Auftritt der Wirtschafts-Staatssekretärin Katrin Schütz. Dies zeige, dass man in Baden-Württemberg die Bedeutung des Themas verstanden habe, sagt Thoma. Das sei ein wichtiger Schritt nach vorn. Eines habe das Gespräch mit Berliner Startup-Lobbyisten nämlich ebenfalls gelehrt: „Auch in Berlin hat man zehn bis 15 Jahre gebraucht, bis die Startup-Szene wahrgenommen wurde. Noch 2005 oder 2006 hat sie dort  in der Politik kaum jemanden interessiert.“

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