Banken und Digitalisierung – Deutschland holt auf

Banken und DigitalisierungWohin weht der Wind im Bankgeschäft? Eine Studie des Stuttgarter IT-Dienstleisters GFT gibt Antworten. Foto: CC0

Banken und Digitalisierung – in diesem Bereich haben laut einer Studie des Stuttgarter IT-Dienstleisters GFT deutsche Institute international aufgeholt. An der Speerpitze für Innovationen etwa mit Künstlicher Intelligenz sind sie allerdings nicht.

Deutsche Banken sind im internationalen Vergleich recht weit, wenn es um die digitale Modernisierung geht. Doch wenn es um völlig neue Ideen geht, etwa um Künstliche Intelligenz oder die Kooperation mit anderen Anbietern, mit denen man eine gemeinsame Plattform für Bankgeschäfte aufzieht, ist man hier zu Lande eher zurückhaltend. Neue Anbieter sind beispielsweise so genannte Finanztechnologie-Start-ups. „Manche von ihnen kann man eigentlich eine IT-Firma mit Banklizenz nennen“, sagte der der GFT Deutschlandchef Karl-Heinz Kern,  der am Dienstag die Studie präsentierte.

285 Bankexperten haben sich weltweit an der Untersuchung beteiligt. 93 Prozent aller deutschen Banken, und  damit ein höherer Anteil als der internationale Durchschnitt von 87 Prozent, haben schon ein Digitalisierungsstrategie.

Banken und Digitalisierung: Sparen statt Zufriedenheit

Doch während international etwa eine höhere Kundenzufriedenheit das Ziel ist, denken deutsche Banken eher an die dadurch zu erreichenden niedrigeren Kosten: 29 Prozent der globalen Banken, aber nur 22 Prozent der deutschen sind durch die Bedürfnisse der Kunden motiviert. Hingegen sind 22 Prozent der deutschen, aber nur 14 Prozent der ausländischen Institute durch niedrigere Kosten angetrieben.

Generell sorgen sich relativ viele deutsche Institute eher um die Investitionskosten für diese Modernisierung (56 Prozent). „Dies ist aber auch dem hohen Konkurrenzdruck in der deutschen Bankenlandschaft geschuldet“, sagte  Kern, der die Resultate der Untersuchung vorstellte. Man sehe im mit Banken gut versorgten Deutschland anders als in anderen Ländern weniger Möglichkeit, ganz grundsätzlich zusätzliche Geschäfte an Land zu ziehen. Nur neun Prozent sehen in Deutschland große Chancen durch die Einbeziehung externer Anbieter auf einer Bankenplattform. „Das wird noch unterschätzt“, sagte Kern.

Künstliche Intelligenz eher im Privatkundengeschäft

Mit Künstlicher Intelligenz, das der GFT-Experte einen  „Modebegriff“ der Branche  nannte, haben sich deutsche Banken durchaus beschäftigt. Aber auch hier sehen dies nur 7 Prozent als Technologie  von strategischer Bedeutung. Zum Vergleich:  in Großbritannien sind es 23 Prozent, in Brasilien sogar 30.

Deutsche Banken nutzen solche Systeme eher für einen effizienteren Kundendialog oder als Mittel, um Servicepersonal einzusparen.  Institute in Deutschland liebäugeln beispielsweise überdurchschnittlich (43 Prozent) mit dem Einsatz von so genannten Robo-Advisors also automatischen Anlageberatern. „Der Schwerpunkt liegt dabei klar im Konsumentengeschäft. Firmenkunden werden hiervon wenig merken.“, sagte Kern.

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