Bredder bringt Surfer ins Gleichgewicht

Balance Boards; BredderAlexander (links) und Valentin haben sich mit handgefertigten Balance Boards selbstständig gemacht. Foto: Alla Lukashova

Mitten im Studium beginnen zwei Stuttgarter Studenten, Valentin und Alexander, mit dem Startup Bredder Boards.  Sie erzählen hier ihr Gründungs-Abenteuer.

Die Geschichte geht ungefähr so: Im Familienurlaub auf der griechischen Insel Limnos findet der 24-jährige Student und Blogger Alexander am Strand ein Holzbrett mit einer Rolle und ist von diesem Sportgerät sofort begeistert. Der Hobby-Surfer kann darauf nämlich balancieren und so im Trockenen das Surfen üben. Zurück in Stuttgart bringt er das Brett und die Rolle mit in seine WG und steckt auch seine Mitbewohner mit seiner Begeisterung an – gemeinsam mit seinem Mitbewohner und Kommilitonen Valentin entscheidet er solche Bretter selbst herzustellen. Schnell wird das neue Balance Board im CAD entworfen und bald auch schon das eigene Unternehmen gegründet.

Balance Boards nennen sich solche Sportgeräte, die auch von anderen Herstellern auf dem Markt sind. Mit ihren Breddern wollen sich die Neugründer vor allem durch die Optik abheben: „Wir wollten unbedingt ein cooles Sportgerät entwerfen, dass so gut aussieht, dass man es nicht unter dem Bett verstecken muss. Beim Herstellen legen wir auch sehr großen Wert auf die Qualität der Rohstoffe und auf die Verarbeitung. Unsere größten Kritiker sind wir selbst – wir haben sehr große Ansprüche an unser Produkt“, erklärt Alexander.

Die Balance Boards sind aber nicht nur für Surfer-Boys zum Üben gedacht. „Die Bredder eignen sich auch für aktive Menschen, die daheim oder im Freien einfach gerne Balancetraining machen“, sagt er weiter. Auf YouTube und Instagram haben sie dafür Tutorials vorgestellt.

Die Idee zu Bredder entstand im Studium

„Als Studenten hatten wir die Möglichkeit vieles an unserer Hochschule auszuprobieren. Das ist ein großer Vorteil, wenn man noch während des Studiums ein Start-up gründet“, so Alexander. Er und Valentin studieren Verpackungstechnik an der Hochschule der Medien, dort können sie beispielsweise den Plotter benutzen, um die Bretter vorzuschneiden. Heute produzieren sie in einer Werkstatt am Marienplatz.

Und die Finanzierung? Ein großes Startkapital war bei den Gründern nicht drin. „Jeder von uns hat ungefähr 300 Euro in die ganze Sache investiert und wir haben einfach mit der Zeit den Gewinn reinvestiert. Die Bredder werden auf Anfrage produziert und so hatten wir keine hohen Summer auf einmal auszugeben. Mit der Zeit konnten wir auch eigene Geräte kaufen und uns eine eigene Werkstatt aufbauen“, erklärt Valentin.

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht

Valentin empfiehlt allen, die eine eigene Idee haben, einfach loszulegen: „Es gibt nie den perfekten Zeitpunkt für den Markteintritt und nie das perfekte Produkt. Wir arbeiten ständig an unserem Konzept und versuchen es zu verbessern.“

Die größte Schwierigkeit, auf die die zwei Stuttgarter Studenten gestoßen sind, war das ganze Geschäft wirtschaftlich zu machen. „Wir waren anfangs noch etwas naiv und haben uns bei den Preisen etwas verkalkuliert. ‚Handmade in Germany’ ist ein Geschäftsmodell, das seinen Preis hat, zu dem man auch stehen sollte. Wir mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt unsere Preise anpassen, damit das Konzept so auch funktionieren konnte“, erzählt Alexander.

Über ihren Mut, eine Idee in die Tat umzusetzen, sind die beiden Wahlstuttgarter mehr als glücklich: „Es ist einfach ein super gutes Gefühl das eigene Produkt in den Händen zu halten und Menschen damit eine Freude zu machen“, sagt Valentin.

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