Adressen für Startups Region Stuttgart – Teil 1

Adressen für Startups Region StuttgartStuttgart - Neues Schloss bei Nacht; Foto: Julian Herzog, CC-BY 4.0

Adressen für Startups Region Stuttgart: Hier der erste Abschnitt eines  zweiteiligen Überblicks zu Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

 

Adressen für Startups Region Stuttgart: Einleitung

Die tun was – so lässt sich frei nach dem einstigen Werbeslogan einer Autofirma die Frage beantworten, was es  in der Region Stuttgart an Angeboten für Gründer gibt.  Rund dreißig verschiedene Akteure und Institutionen kümmern sich allein rund um Stuttgart um dieses Thema. Dabei sind  Bundesprogramme und die  EU-Förderung noch nicht einmal mitgezählt. Auch  lokale und regionale Initiativen in anderen Teilen des Landes bleiben der Übersichtlichkeit halber hier weitgehend ausgeklammert.  Nicht berücksichtigt sind zudem rein privatwirtschaftlich orientierte Programme –  etwa von Unternehmen, die  vor allem interne Start-ups unterstützen, aber auch immer wieder als  Sponsoren auftreten wie Bosch, Daimler, EnBW oder SAP.
Kombinationen aus öffentlichem und privatem Engagement oder private Initiativen, die zwar  gewinnorientiert sind, sich aber auch als  Katalysatoren der  Gründerkultur insgesamt verstehen, haben wir  hingegen in unsere Übersicht  aufgenommen. Die Abgrenzung ist nicht immer leicht.  Komplex wird das Bild auch durch die Tatsache, dass bei vielen Projekten mehrere Partner miteinander  kooperieren.
So tauchen  die Institutionen des Landes vom Wirtschafts- und Finanzministerium über die L-Bank bis hin zur  MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft immer wieder in  unterschiedlichen Kombinationen auf.   Auch vieles,  was andere Einrichtungen organisieren,  wäre ohne Mithilfe oder Zuschüsse  aus diesen Quellen nicht denkbar. Auch Organisationen wie die  auf den Innovations- und  Hightech-Standort ausgerichtete Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg Connected (Bwcon) oder die  Wirtschaftsförderer der Region (WRS) und der Stadt Stuttgart sind als Mitförderer im  Hintergrund an vielen,  nicht in jedem Einzelfall genannten Stellen aktiv.
Gegliedert ist die Übersicht in fünf  Abschnitte. Erstens: Wettbewerbe, die für kreative Gründer oft das erste Sprungbrett zu öffentlicher Bekanntheit und weiterer Förderung sind. Zweitens: Veranstaltungen und Institutionen, die sich der Vernetzung von Gründern untereinander verschrieben haben. Drittens: Fördertöpfe und Helfer bei der Investorensuche. Viertens:   Anlaufstellen für Beratung, Training und Begleitung.  Fünftens:  die Gründerförderung an und von  Hochschulen, weil es hier spezielle Gegebenheiten gibt.  Kapitel eins und zwei erscheinen heute auf dem Blog, drei bis fünf dann morgen.
Es ist nicht einfach, Schneisen in das Dickicht der Angebote zu schlagen. Dies spricht einerseits für eine beeindruckende Fülle an Engagement und die Tatsache, dass im Südwesten genügend Geld für Gründer in die Hand genommen wird. Das Land Baden-Württemberg bietet wohlweislich  über die Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge (Ifex)  eine zentrale Plattform an, die etwa mithilfe einer Datenbank hilft,  die Angebote zur sortieren. Allein die Übersicht über Förderprogramme und Finanzhilfen umfasst dort 53 verschiedene  Varianten!
Doch Vielfalt bedeutet auch Unübersichtlichkeit und Parallelstrukturen. Die Antwort auf die Frage, wer für einen Gründer der optimale Ansprechpartner ist, oder wie die genauen Bewerbungsmodalitäten sind, bräuchte – um im Jargon der IT-Branche zu bleiben – fast einen eigenen Algorithmus. Wer meint, zu Unrecht hier nicht aufzutauchen oder findet, dass etwas nicht hierhingehört, darf sich sehr gerne melden.  In den Texten verstreut sind insgesamt 84 Links. Das zum Thema Dschungel.

 

Adressen für Startups Region Stuttgart: Wettbewerbe

Spaß, Networking und ein kleines bisschen Ruhm –  das sind häufig die entscheidenden Motivationsfaktoren bei  Wettbewerben der Start-up-Szene, in denen sich manche Gründer erstmals warm laufen. In einigen Fällen sind sie Teil eines  globalen Eventformats. Auf den vom Verein Startup-Stuttgart koordinierten Startup Weekends sollen beispielsweise spontan zusammengewürfelte Teams an einem Wochenende aus dem Nichts eine Geschäftsidee entwickeln. Die Preise sind hier eher Nebensache.
Vom Ablauf an einem Wochenende her ähnlich konzipiert sind die stärker auf   IT-Tüftelei ausgerichteten so genannten Hackathons, die in Stuttgart etwa das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO oder als Hackathon Stuttgart der  Sindelfinger IT-Dienstleister Logicline organisieren beziehungsweise  unterstützen.  Auf dem so genannten Leancamp begegnen sich an einem Wochenende Start-ups und Vertreter etablierter Firmen. Im vergangenen Jahr fand es bei Bosch statt.
Auch wenn es ein  Preisgeld gibt, fangen manche Wettbewerbe klein an. So gibt es beispielsweise bei dem von der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart WRS im Rahmen der gleichnamigen Hochschulinitiative koordinierten Start-up-Wettbewerb PUSH Campus Challenge als  ersten Preis nur den relativ bescheidenen Betrag von 500 Euro. Doch hier geht es, wie gesagt, vor allem um Ermutigung. Die Stuttgarter Hochschule der Medien sucht nach Entrepreneurial Minds Made on Campus.
Als erstes Sprungbrett gedacht ist auch der vom Landeswirtschaftsministerium geförderte und in über das ganze Land verteilten Ausscheidungswettbewerben veranstaltete Elevator Pitch. Hier können Gründer in knackigen drei Minuten, also dem Äquivalent einer Aufzugsfahrt, ihre Idee präsentieren. Zudem  darf im Rahmen des Wettbewerbs auch das  meist bestens unterhaltene Publikum einen  Preis verleihen. Der Landessieger erhält 3000 Euro.
Der von der landeseigenen MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft veranstaltete Wettbewerb BW goes mobile, der sich  an Start-ups im Frühstadium richtet, bietet neben dem Preisgeld von 10 000 Euro vor allem eine mehrere Monate währende Frühförderung.  Neu ist der von der L-Bank in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium verliehene Landespreis für junge Unternehmen mit Preisgeldern von insgesamt 90000 Euro. Auch bei dem an kleine und mittlere Unternehmen gerichteten  Innovationspreis des Landes (Dr. Rudolf-Eberle-Preis) haben Gründer eine Chance. Technologische Spitzenleistungen würdigt der von Wirtschaftsinitiative Bwcon koordinierte Cyber One Hightech Award Baden-Württemberg, wo den Siegern in den Kategorien Start-up und Geschäftsfelderweiterung je 10 000 Euro winken.
Den Übergang vom Wettbewerb zur Investorenpräsentation bildet der  VC-Pitch Best of Baden-Württemberg. Dahinter steht  das Netzwerk für Beteiligungskapital VC-BW, das von der L-Bank bis zur Börsenvereinigung Stuttgart Financial zahlreiche Partner versammelt. Auch der Stuttgarter IT-Dienstleister GFT veranstaltet einen Code-n genannten, international ausgerichteten Startup-Wettbewerb, der mehr noch als das Preisgeld von 30 000 Euro die Möglichkeit zum Netzwerken betont. Eher intern ausgerichtet ist der Gründerpreis Baden-Württemberg des Sparkassenverbands, für den die beteiligten Institute die Kandidaten aus dem Bereich ihrer Kunden nominieren und für den man sich daher nicht direkt bewerben kann.

 

Adressen für Startups Region Stuttgart: Netzwerken

Zu einer modernen Gründerkultur gehört auch eine entsprechende Szene, die zu Begegnungen und zur gegenseitigen Hilfestellung und Inspiration einlädt.  So veranstaltet der  Verein Startup Stuttgart, der sich die  Vernetzung der lokalen Gründerszene auf die Fahnen geschrieben hat, in diesem Rahmen zehnmal im Jahr ein lockeres „Gründergrillen“.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart lädt zum Gründerstammtisch. Von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart initiiert gibt es einen Gründerinnen-Treff und  eine Veranstaltung unter dem programmatischen Titel „Mitgründer gesucht“.   An ein jüngeres Unternehmerpublikum richtet sich der Stuttgarter Verein Entrepreneur Talente und auch unter dem Dach der IHK Stuttgart gibt es das so genannte Young Business Network.  Gründer versuchen im übrigen auch aus dem Scheitern zu lernen: Auch dafür gibt es ein Netzwerk, die sogenannten Fuckup Nights, wo sie über ihre (Lern-)Erfahrungen berichten.
Eher punktuell ausgerichtet  sind verschiedene Programme der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg International. Die Organisation unterstützt die Auslandspräsenz der Wirtschaft und veranstaltet zum Beispiel eine Exkursion zu dem großen IT- und Kreativkongress SXSW in Houston, Reisen nach Israel oder die Unterstützung bei der Präsenz etwa auf der Computermesse Cebit. Reisegutscheine zu europäischen Events offeriert auch die IT-Initiative Bwcon. Einen Gesamtüberblick über lokale Gründerzentren bietet die Wirtschaftsförderung  Stuttgart.
Nicht zu vergessen ist auch das von Stuttgart aus organisierte Angebot der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer New York (Step NYC), das ein Sprungbrett auf den US-Markt sein will – aber kein Förderprogramm ist, sondern etwas kostet. Kontakte in die USA vermittelt  auch das Bundesprogramm German Accelerator.

Teil 2 zu den Themen Förderung und Finanzen, Beratung und Begleitung sowie Hochschulen folgt am 9.2.  Die gesamte Übersicht erscheint Mitte Februar auch in der Wirtschaftszeitung Baden-Württemberg der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten.

 

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