Hightech-Initiative Bwcon – vom Pionier zum Partner

Hightech-Initiative BwconBwcon hilft etwa im Rahmen seiner "Summer School" bei der Entwicklung kreativer Geschäftsmodelle. Foto: Bwcon

Die Hightech-Initiative Bwcon der baden-württembergischen Wirtschaft feiert ihren 20. Geburtstag – der einstige Pionier bei dem Thema ist heute ein viel vernetzter Partner. 

20 Jahre sind im Zeitalter der Informationstechnologie eine halbe Ewigkeit. Als im Jahr 1997 die Wirtschaftinitiative Bwcon gegründet wurde, die Wissen und Kompetenzen rund um die  IT in Baden-Württemberg stärken sollte, sah die digitale Welt noch ganz anders aus.  Man habe ermittelt, dass zwar fast Dreiviertel der mittelständischen Firmen im Land im Internet zugange seien, doch Zugriff hätten meist nur die Mitarbeiter der EDV-Abteilungen, sagte damals Menno Harms, der heutige Aufsichtratsvorsitzende der  Hewlett Packard GmbH und einer der Gründervorstände. Den anderen Arbeitnehmern sei der Zugang verboten. Das sei doch ein „Unding“, fügte er hinzu. Internetverbote für Mitarbeiter? Das wirkt heute grotesk.

Die Hightech-Initiative Bwcon ist heute nicht mehr allein

Nun feiert die Hightech-Initiative Bwcon  ihren Geburtstag. Das Event, das in der neuen Stuttgarter Geschäftsstelle stattfindet, ist deutlich bescheidener als die große Party vor zehn Jahren, wo man im Stage Apollo-Theater im Stuttgarter SI-Zentrum am mehr als tausend Gäste einschließlich des Ministerpräsidenten eingeladen hatte. Doch das zeigt auch, dass das Thema Digitalisierung inzwischen zum Alltag gehört.  „Bei der Gründung hatte Bwcon sicherlich  mehr als nur ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Vorstand und Gründungsmitglied Michael Krug von der Beratungsgesellschaft 1cc:  „Es war der erste Verein, der sich auf auschließlich private Iniatitive dem Thema Innovation und Zukunftstechnologien für ein ganzes Bundesland verschrieb.“

Es gibt im Land aber  inzwischen eine Vielzahl privater, aber auch öffentlich finanzierter Initiativen, die das Thema Digitalrevolution bis hin in den hintersten Winkel das Landes und bis hin zu kleinen und mittleren Firmen. Das Logo von Bwcon als Partner ist heute an vielen Stellen zu finden, ob bei der im März angekündigten Initiative Cloud-Mall, die kleine und mittlere Firmen in die Internet-Cloud bringen soll oder bei einem ebenfalls in diesem Jahr lancierten Portal für Gründer in der Region Stuttgart.  „Anfangs kamen die meisten Mitglieder aus der IT-Branche und waren in der Region Stuttgart angesiedelt. Das hat sich nach und nach stark verändert“, sagt Krug.

Das Netz der Bwcon-Büros wird weiter ausgebaut

Was vor zwei Jahrzehnten mit einigen größeren Firmen begann,  ist heute auf  ein breites Spektrum von größeren und kleineren Unternehmen bis hin zu Universitäten und Einzelpersonen angewachsen. Geschäftsstellen gibt es heute in Stuttgart, Freiburg und seit 2016 in Villingen-Schwenningen. Weitere sind in Planung, etwa in den Regionen Bodensee, Rhein-Neckar und Ulm.

Es geht immer noch um Information und gegenseitige Vernetzung. „Die Rolle der Startup-Förderung  hat deutlich an Gewicht gewonnen, zumal in unserem Bundesland ein erheblicher Nachholbedarf besteht“, sagt Krug. Gerade bei Investoren aus dem mittelständischen Unternehmertum müsse noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Es ist sicher gut, dass Bwcon nicht mehr alleine am Markt der Gründungs- und Innovationsförderer kämpft.“ Wichtig sei aber hier die Seriösität, die leider nicht in allen Fällen gegeben scheine.

Das Thema Startups ist immer wichtiger geworden

Im November wird die Hightech-Initiative Bwcon wie seit 1998 wieder den CyberOne Award verleihen, einen der wichtigsten Preise in Baden-Württemberg rund um das Thema Startups, Technologie und Innovation. Dazu kommt das international ausgerichtete Green Innovation and Investment Forum (GIIF) für ökologisch ausgerichtete Startups. Man fördert auch innovative Formate wie den 2015 lancierten Startup-Accelerator Arena42, der in seiner aktuellen, bis 2018 gehenden Runde junge Startups aus dem Agrarbereich nach vorne bringen will. Zurzeit baut man zusammen mit den Wirtschaftfördern aus Stuttgart und der Region sowie der Universität Stuttgart im Wizemann Space Stuttgart, den so genannten M.Tech Accelerator auf, der Startups rund um das Thema Mobilität unterstützen soll.

Jedes Jahr würden rund 400 Gründer von Bwcon beraten, etwa 100 bis 150 Startup-Projekte würden anschließend weiterbetreut, sagt Marc König, der bei der Bwcon als Berater für Geschäftsentwicklung tätig ist.   „Es wird hier immer wichtiger, Gründer mit Investoren zusammenzubringen“, sagt König. Manches an der Arbeit, sei aber in der Öffentlichkeit gar nicht so sichtbar:  „Wir arbeiten auch viel mit etablierten Firmen zusammen, was außen gar nicht so wahrgenommen wird.“ Immer mehr Aktivitäten der Hightech-Initiative Bwcon seien auch international ausgerichtet – der auf Englisch ausgeschriebene Startup-Wettbewerb GIIF ist dafür nur ein Beispiel.

Profil Bwcon
Gegründet wurde Bwcon im Jahr 1997 mit 35 Firmen. Dazu gehörten beispielsweise Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Porsche, Zeiss, HP, IBM, SAP und  Trumpf. Zurzeit sind es 575 Mitglieder, nicht mehr nur Unternehmen, sondern auch  Hochschulen und Einzelpersonen.
Initiiert wurde der Verein von Menno Harms, dem damaligen Chef von  Hewlett-Packard, der sich die Vernetzung  im Silicon Valley zum Vorbild nahm. Unterstützt wurde das Projekt von der damals neu gegründeten MFG Innovationsagentur des Landes Baden-Württemberg.
Die Mitglieder umwirbt man mit der Möglichkeit zur Kontaktvermittlung, mit Expertenaustausch und der Unterstützung bei Projektkooperationen und Förderprogrammen sowie der Vermittlung von Fachkräften. Einen Schwerpunkt bildet die Gründungs und Wachstumsberatung und der Zugang zu Investoren. Immer wichtiger wird auch die Kontaktvermittlung zwischen Startups und etablierten Firmen.

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