Takkt Digitalstrategie setzt auf Startups

Takkt DigitalstrategieDas holografische Etikettiersystem des Startups Authentic Vision hilft bei der Echtheitsprüfung von Produkten. Foto: Takkt

Im Rahmen der Takkt Digitalstrategie, will der Stuttgarter Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung verstärkt mit Startups kooperieren. Vier Beteiligungen gibt es schon. Zehn sollen es werden.

Digitale und analoge Welt gehen auch beim Spezialversandhändler  Takkt aus Stuttgart manchmal überraschende Verbindungen ein. Adnymics aus München ist ein Startup aus München, an dem sich der Spezialist für Geschäftsausstattungen im Rahmen einer neuen Innovationsstrategie beteiligt hat. Das Unternehmen individualisiert den guten alten Beilagenprospekt, der schon immer als Werbemittel den Versandpaketen beigelegt wird.

Jedes Werbeblatt in jedem einzelnen Paket wird durch Analyse etwa der Kundendaten nun exakt auf den Empfänger zugeschnitten. „Das Auspacken ist ein Moment, wo man für Werbebotschaften besonders gut empfänglich ist“, sagt Takkt-Chef Felix Zimmermann. Papier statt Onlinebotschaften – auch das kann Innovation sein.

Takkt Digitalstrategie bringt kleinere Kunden in den Blick

Solche Ideen  entwickelt Takkt inzwischen zusammen mit Startups. Seitdem das Innovationsprogramm im vergangenen Jahr lanciert wurde, hat man sich bereits an vier jungen deutschen und österreichischen Unternehmen beteiligt und wird dies in absehbarer Zeit auf zehn Engagements ausbauen. Es geht hier um Zusammenarbeit und gemeinsame Produktentwicklung, nicht um eine Übernahme. Die Beteiligungen sind mit maximal etwa 500 000 Euro überschaubar und finden in einer relativ frühen Phase der Startup-Entwicklung statt.

Die Startups müssen nicht gleich radikal neue Geschäftsmodelle oder Produktideen bieten. Die jungen Unternehmen feilen an Details, verbessern Abläufe und sollen vor allem die Kommunikation mit den Kunden verbessern und das Angebot individualisieren. So will man auch erstärkt den bisher  von lokalen Händlern dominierten Markt für kleinere Kunden durchdringen. Eine ähnliche Zielgruppe verfolgt auch das selbstständige Online-Tochterunternehmen Certeo.

Die Takkt Digitalstrategie ist typisch für die in Baden-Württemberg immer häufiger werdenden Kombinationen von Startups und etablierten Firmen. Takkt will seinen digitalen Umsatz bis 2020 von 450 Millionen auf 900 Millionen Euro verdoppeln. Das wäre fast so viel wie die 1,1 Milliarden Euro Gesamtumsatz im Jahr 2016. Bisher hat das Digitalgeschäft einen Anteil von 45 Prozent  am Gesamtumsatz. Einen Zielanteil für 2020 nennt man nicht.

Suche nach digitalen Spezialisten ist in Stuttgart nicht einfach

Auch intern will man die digitalen Fähigkeiten ausbauen. Man ist gerade dabei 100 zusätzliche digitale Spezialisten einzustellen, ein gutes Drittel davon am Hauptsitz in Stuttgart. „Hier in der Region solche Leute zu finden ist insgesamt schwieriger. Da kann sich der Standort Stuttgart noch besser positionieren“, sagt Zimmermann. Um für solche Mitarbeiter attraktiv zu sein, brauche es eine lebendige Startup-Kultur im Umfeld. „Es gibt da in Stuttgart einige vielversprechende Ansätze, aber noch Luft nach oben,“ sagt der Takkt-Chef.

Das Unternehmen versucht Führungskräfte mit einem speziellen Ausbildungsprogramm „digitales Unternehmertum“ zu locken. Stationen sind hier auch im Ausland, insbesondere in den USA, wo das Stuttgarter Unternehmen stark vertreten ist. Ausdrücklich sind auch Abstecher bei den Startups in Berlin, Köln, München und Salzburg vorgesehen, an denen man sich beteiligt hat. Zudem will man am Stuttgarter Feuersee das zwanzigköpfige Team von Certeo in den Startup-Räumen  von Accelerate Stuttgart  einziehen lassen.

Individualisierung ist bei den Kooperationen Trumpf

Neben den eingangs erwähnten individualisierten Beipack-Prospekten von Adnymics bietet das kooperierende Berliner Startup Printmate die Möglichkeit individuelle Kartonverpackungen herzustellen, die das bisherige Angebot ergänzen. Auch hier hat man so auch kleinere Kunden im Blick. Die Zusammenarbeit mit Crowdfox in Köln erlaubt den Zugang zu einer Plattform für Preisvergleiche an, die unterschiedlichste Onlineplattformen  berücksichtigt.

Die Beteiligung am Salzburger Unternehmen Authentic Vision ermöglicht hingegen einen fälschungssicheren digitalen Fingerabdruck für Produkte. Dieser spezielle Code in Form eines Hologramms wird etwa über ein Etikett auf das Produkt aufgebracht und kann mit Hilfe eines Smartphones ausgelesen werden. Mit den auf jedes Produkt individuell bezogenen Codes kann man deren Echtheit prüfen. „Die Kosten liegen nur im Centbereich – und zusätzlich können sie dem Kunden auch individuell auf des Produkt bezogene Informationen bieten“, sagt Zimmermann. An Startups aus dem Bereich des E-Commerce, die sich für eine Zusammenarbeit interessierten, gebe es keinen Mangel. „Im Geschäftskundenbereich gibt es hier nicht so viele potenzielle Partner“, sagt er.

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