Innovationsprogramm Activatr wird ausgebaut

ActivatrPioniergeist, der Betreiber von Activatr, sucht an einer neuen Location weitere Horizonte. Screenshot: IdeenwerkBW

Activatr expandiert: Das im vergangenen Jahr gestartete Stuttgarter Innovationsprogramm, das  Teams aus erfahrenen Gründern und Mitarbeitern etablierter Unternehmen kombiniert, zieht auf das Stuttgarter Leitz-Areal um und geht in Runde drei.

Dritte Runde, neuer Ort: Nachdem in den vergangenen Wochen sukzessiv die Activatr-Veranstaltungen auf den neuen Innovationscampus im Stuttgarter Leitz-Areal gewandert sind, geht das Programm nun auf größerer Fläche und in gerade gebauten Umfeld in eine neue Etappe.  „Wir brauchen mehr Platz und einen Ort, wo wir flexibel atmen können“, sagt Adrian Thoma, Geschäftsführer des Betreibers Pioniergeist: „Wir ziehen allerdings auch mit einem weinende Auge aus dem Startup Campus aus.“
Diesen Campus auf  dem Gelände der Stuttgarter Merz-Akademie gibt es seit 2015. Die bisherigen Räumlichkeiten des Startup Campus gehen an das seit Januar dort ansässige gemeinnützige Social Impact Lab Stuttgart ab Juni über. Der Inkubator für soziale Innovation aus Berlin hat seinen jüngsten Standort auf dem Campus eröffnet und wird mit einem in Kürze beginnendem Stipendium für Soziale Startups kostenfreies Coworking mitsamt Betreuung anbieten.

Das Konzept umfasst nun auch die Seed-Phase

Gleichzeitig fusioniert der Activatr-Anbieter Pioniergeist  mit dem Stuttgarter Startup-Betreuer Hatchery. Das Startup, das seinerseits Gründern beim Aufbau eines Unternehmens hilft, wurde 2015 in Stuttgart gegründet und hat schon bisher im Rahmen von Activatr kooperiert.
Pioniergeist beschreibt sein Konzept so: „Innerhalb des Activatr arbeiten Gründer aus der Startup-Welt gemeinsam mit Mitarbeitern aus etablierten Unternehmen an innovativen Geschäftsmodellen und bauen zusammen Corporate Startups auf. Aus einem durch das Unternehmen definierten Themenfeld entwickeln die Teams eine Geschäftsidee und daraus ein Geschäftsmodell.“
Zurzeit ist das dritte dreimonatige Programm am Start, das inzwischen von einer Betreuung auch in der anschließenden so genannten Seed-Phase für weitere sechs bis neun Monate ergänzt wird. In dem Konzept geht es zunächst um die Teamfindung und -entwicklung, später dann  um die Geschäftsmodelle. „Anfangs haben wir geglaubt, dass die Startups nach drei Monaten flügge sind“, sagt Thoma. Aber man habe festgestellt, dass ein einem etwas loseren Rahmen eine Betreuung weiterhin wichtig sei. Während sich die dreimonatige Anschubphase bewährt habe, sei diese zweite Phase nun signifikant anders gestaltet.
An der vom 5. April an startenden dritten Runde sind als etablierte Firmen der Stromkonzern EnbW, der Motorsägen-Spezialist Stihl sowie ein  Maschinenbauer aus der Region Stuttgart und ein Weltmarktführer aus dem Schwarzwald beteiligt. Für Stihl und die EnBW ist es jeweils die zweite Teilnahme. Der Stromkonzern war schon bei der Premiere dabei, setzte einmal aus, und macht nun die dritte Runde mit. Dass immer wieder andere Firmen teilnehmen, sei gewünscht, sagt Thoma: „Es gibt begrenzte Plätze und das Ganze  lebt von der Durchmischung.“

Activatr #3 startet Anfang April

Wieviele Teams vom April an starten, ist noch offen. „Das hängt auch davon ab, zu welchen von den teilnehmenden Unternehmen gestellten Aufgaben wir erfahrene Gründer für die Teams finden“, sagt Thoma.  In der ersten Runde waren es acht, in der zweiten fünf. Die Zahl werde wohl dazwischen liegen, sagt Thoma. Während bei der ersten Runde vier von acht Teilnehmer eine Finanzierung bekamen, waren in der  zweiten Runde  alle erfolgreich. Sämtliche Teilnehmer erhielten nach drei Monaten  ein so genanntes Seed-Funding, nachdem sie vor einer Jury auf Vorstandebene bei der finalen Präsentation bestanden hatten.
Teilnehmende Unternehmen waren Bosch, LBBW, Recaro und Stihl.  In der nun laufenden Seedphase werden binnen eines halben Jahres Prototypen entwickelt und getestet. Die potenziellen Kunden sind hier unmittelbar eingebunden. Danach sollen die Produkte marktfähig sein. Eines der Konzepte ist beispielsweise PaketPing, ein Startup, das die Lieferung von Paketen reibungsloser gestalten und stärker auf die Bedürfnisse der Empfänger zuschneiden will.
Bisher stammt das Geld noch von den teilnehmenden Firmen. Ziel ist es aber, auch externe Risikokapitalgeber zu gewinnen. Hier sei man bereits in Gesprächen, sagt Thoma. Insgesamt kamen bei den 21 Startups, die innerhalb von Activatr und zusätzlich individuell von Pioniergeist betreut wurden, rund 6,4 Millionen Euro an Kapital zusammen, also etwa 535 000 Euro je Startup.

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