GIIF: Schaubühne für ökologische Startups

GIIFDer diesjährige Preisträger Heliac aus Dänemark will die Hitzeerzeugung aus Solarenergie optimieren. Screenshot: IdeenwerkBW

Beim dritten internationalen „Green Innovation and Investment Forum“ (GIIF) in Stuttgart geht es um Zukunftsideen. Startups aus 15 Ländern zeigten ökologische Geschäftsideen – von der intelligenten Bewässerungstechnologie bis zum  Fluggerät.

Mit einem Startup die Welt verändern. Diesen Anspruch kann man beim Green Innovation und Investment Forum (GIIF) in Stuttgart wörlich nehmen. Zum dritten Mal haben die Landesagentur Umwelttechnik BW und der Innovationsdienstleister Bwcon   20 internationale Start-ups aus dem Bereich der grünen Technologie zur Präsentation ihrer Projekte vor Investoren und möglichen Kunden nach Stuttgart geladen.
Teilnehmer kamen aus 15 Ländern, darunter aus dem Libanon und aus Moldawien. Die Technologien reichten von  einem intelligenten Bewässerungssystem für die Landwirtschaft über  ein neuartiges, hybrides  Fluggerät bis hin zu innovativen Oberflächenmaterialien, die etwa die Vereisung von Windturbinen verringern sollen.

Das GIIF bringt Baden-Württemberg auf die Öko-Landkarte

Das Event soll Baden-Württemberg als ein Zentrum für ökologische Technologieentwicklung auf die internationale Landkarte bringen – was bei den teilnehmenden Startups bereits gelingt, bei den Investoren bisher noch weniger.   Dies gilt bisher allerdings auch für andere Investorenevents im Land.
Der auf grüne Unternehmen spezialisierte Risikokapitalgeber  Jochen Wermuth und Bas van Abel, der Entwickler  des ökologisch korrekten  Fairphones und  Sieger beim Deutschen Umweltpreis zeigten das ganze Spektrum an Erfahrungen mit der grünen Wirtschaft. Wermuth sprach  geradezu  euphorisch von den enormen Renditemöglichkeiten sprach, die grüne Investments gerade in innovative Start-ups heute möglich machen.  Grünes Investieren bedeute etwas in der Welt zu bewegen und dabei gleichzeitig eine hohe Rendite zu erzielen. Er selbst würde heute nicht mehr in einen Automobilhersteller investieren, sagte er – und demonstrierte den bevorstehenden drastischen Wandel mit zwei Fotos der Wall Street in New York, die 1900 und 1913 aufgenommen worden waren. Auf einem waren ausschließlich Pferdekutschen zu sehen, auf dem anderen nur noch Autos; „Kein einziger Hersteller von Pferdekutschen hat den Sprung ins Automobilzeitalter geschafft“, sagte er vor dem Hintergrund des von Elektrofahrzeugen, Fahrdienstleistern wie Uber und dem automatischen Fahren eingeleiteten Wandel des Mobilitätsverhaltens. Bas van Abel erläuterte hingegen die Hindernisse, die man überwinden muss, um aus einer zunächst verrückten, idealistischen Idee zumindest ein erfolgreiches Nischengeschäft zu machen. Man sei auch als grüner Entrepreneur, ob man wolle oder nicht,  Teils des Systems, sagte er: „Es gibt diese Phase, wo man versteht, dass es auch hier vor allem um Geld geht.“ Das beste soziale Projekt helfe nichts, wenn das Geld fehle, um die Mitarbeiter zu bezahlen.

Grüne Trends verstärken sich gegenseitig

Inzwischen  beschleunigen sich grüne Trends gegenseitig. So will beispielsweise das Konstanzer Startup Vaireco, das eine Software für Insspektionen per Drohne entwickelt hat, davon profitieren, dass nicht nur in Deutschland immer größere Flächen an Solarpaneelen möglichst einfach und preiswert aus der Luft auf Defekte untersucht werden könnten.  Grüne Technologie bedeutet auch, Märkte jenseits der entwickelten Industrienationen in den Blick zu nehmen, wie das libanesische Unternehmen Riego  zeigt. Während europäische Entwickler von Systemen für eine effizientere Bewässerung automatisch davon ausgehen, dass diese über die vorhandenen Handynetze verknüpft werden können, haben die Gründer aus dem Libanon darauf geachtet, dass die Vernetzung auch ohne Internet- und Stromanschluss auf den Feldern funktioniert.
Grüne Technologie bedeutet auf dem GIIF durchaus auch hochfliegende Pläne. So hat H-Aero aus Baden-Baden  ein Fluggerät entwickelt, das die Beweglichkeit einer Drohne mit der Stabilität eines Flugzeuges und der Umweltfreundlichkeit eines Ballons kombiniert. Aus dem Bereich der fortgeschrittenen Startups, die jedes Jahr einen so genannten „Green Tech Award“ verliehen bekommen, überzeugte  die Jury ein Unternehmen aus Dänemark. Heliac hat eine Technologie entwickelt, die thermische Solarkraftwerke deutlich effizienter macht, wo nicht das Licht, sondern die  Wärmeentwicklung ausgenutzt wird. Dies lässt sich dann zur Stromerzeugung oder direkt für Fernwärme nutzen.

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