FuckUp Night Stuttgart: Scheitern als Konzept

FuckUp Night Stuttgart: Scheitern als KonzeptDas Motto der elften FuckUp Night in Stuttgart: Scheitern im Sport. Foto: Mühlbauer

In dieser Woche ging die FuckUp Night in Stuttgart in die elfte Runde. Bei Bier und Pizza redeten Unternehmer und Interessierte über Niederlagen im Sport, als wären sie  ganz normal.

Die „FuckUp Nights“ sind ein 2012 in Mexico entstandenes Veranstaltungsformat, bei dem Gründer und Unternehmer über ihre größten Misserfolge berichten. Das Veranstaltungsformat wurde weltweit tausendfach adaptiert und findet weiter Zulauf. Die Accelerate Spaces im Stuttgarter Westen, die jungen Unternehmen Räume bieten und sie mit  Know-how unterstützen, richteten jetzt die mittlerweile elfte FuckUp Night in Stuttgart aus. „Wer glaubt, dass bei Erfolgsgeschichten alles immer glatt geht und einfach läuft, der liegt falsch.“ sagte Johannes Ellenberg, Geschäftsführer der Accelerate Spaces und eröffnete damit die Veranstaltung.

Umgang mit Niederlagen macht den Unterschied

Den Anfang machte der 33-jährige Wolfgang Unsöld, welcher als einer von Deutschlands besten Personal Trainern gilt und Athleten aus allen Bereichen des Spitzensports als Klienten hat. Vor dem Publikum legte er dar, dass Scheitern aus Sicht des Spitzensports nicht nur normal, sondern regelrecht elementar ist. So müssen regelmäßig „limitierende Faktoren“ überwunden werden um einen Fortschritt zu erzielen. „Jeder hat Niederlagen, niemand gewinnt immer. Der Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden Athleten liegt im Umgang mit Niederlagen.“ sagte der 33-jährige.
Dabei ist auch sein eigener Werdegang von Rückschlägen geprägt. Nachdem Unsöld sein BWL Studium nach 4 Semestern abgebrochen hatte und seine sportliche Karriere verletzungsbedingt niederlegte, gründete er 2010 mit dem „Your Personal Strength Institute“, ein Fitness Studio für Personal Training im Stuttgarter Westen und fungiert seither zugleich als Geschäftsführer und Cheftrainer.

Die FuckUp Night zeigt gewundene Wege zum Erfolg

„Das Thema, Szenarien zu haben ist für mich extrem wichtig.“ sagt Jürgen Schweikhardt, der nach abgeschlossenem BWL Studium zunächst eine Karriere als Handballspieler einschlug, in den Jahren darauf den Posten des Trainers und des Managers einnahm und seinen Verein, den TVB Stuttgart, von der Oberliga in die erste Handball´´Bundesliga führte. Seine Erzählung lässt sich am ehesten als konstantes auf und ab von Erfolgen und Niederlagen beschreiben – immer aber in Verbindung mit einem größeren Ziel.
„ Es gab drei Sekunden vor Schluss einen Freiwurf für den Gegner. Unser Torwart hält den Ball. Der Schiedsrichter pfeift – einer sei zu früh aus dem Block raus. Das Ganze nochmal. Der Ball wird abgefälscht und geht ins Tor – wir verlieren das Spiel mit einem Tor.“ sagt Schweikhardt und beschreibt damit sein größtes FuckUp im Aufstiegskampf in der Handball Bundesliga.
„Wichtig ist, dass man bei einem Misserfolg nicht den ganzen Berg wieder rückwärts runter rollt“ sagt er. Seine letzte Folie zeigt das Zitat des ehemaligen englischen Premierministers Benjamin Disraeli: „Das Geheimnis des Erfolgs ist die Beständigkeit des Ziels“

Die Veranstaltung endete mit einer offenen Fragerunde und anschließendem entspanntem Networking bei Bier und Pizza. Die nächste FuckUp Night in den Accelerate Spaces am 18. Mai ist bereits geplant – bis dahin darf also wieder sozusagen fröhlich gescheitert werden.

Die komplette Aufzeichnung der Veranstaltung ist auf Youtube verfügbar.

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