Debatte: Helfen Startup-Kooperationen?

Startup-KooperationenDer Deutsch-Amerikaner Sascha Karimpour (vorn), der für den US-Startup-Experten Plug & Play in Stuttgart ist, sieht das Land auf dem richtigen Weg. Im Hintergrund (v.l.n.r.): Michael Ziegler (Grillido), Adrian Thoma (Pioniergeist) und René Marius Köhler (Koehler Group). Foto: Lichtgut/Zweygarth

Der Zugang zu Kapital ist  ein zentraler Faktor für junge, innovative Unternehmen. IdeenwerkBW hat dazu ein Round-Table-Gespräch mit Experten  veranstaltet. In drei Folgen protokollieren wir die Diskussion. Teil 2: Startup-Kooperationen

Philipp Rose umreißt  seine  Aufgabe ganz  klar:  „Wir haben den Auftrag   zu schauen, wo  Innovationen stattfinden, die für Bosch relevant sind, die disruptiv sein könnten und  die Bosch helfen oder auch gefährden könnten“, sagt der Leiter von Robert Bosch Venture  Capital. Er schaut sich dafür in Regionen  wie den USA, Israel und  Europa um.  8000  interessante Startups hat   Rose  in den vergangenen  Jahren gefunden.
„Gerade einmal 60 davon   kommen aus dem Großraum Stuttgart“,  erzählt er.  Das Unternehmensinteresse steht dabei im Mittelpunkt. Er sieht es  nicht als seine primäre Aufgabe an,   die Startup-Szene hierzulande zu  fördern: „Wir  können uns nicht auf  Baden-Württemberg fokussieren   und dann  wichtige Innovationsansätze in  Israel übersehen, die für Bosch aber interessant wären.“

Startup-Kooperationen müssen zum Kerngeschäft passen

Auch der Werkzeugmaschinenhersteller   Trumpf suche auf diesem Wege  interessante    Technologien, die zum Kerngeschäft  passen könnten, sagt Christof  Siebert,  Leiter des  Trumpf-Technologiemanagements. Im Herbst vergangenen  Jahres wurde   die Trumpf  Venture  GmbH gegründet; für die nächsten fünf Jahre stehen   ihr ein Investitionsportfolio von 40 Millionen Euro     zur Verfügung.
Wenn es  um   Venture  Capital geht, sind Bosch  und Trumpf    beileibe  keine Ausnahmen. Viele Konzerne engagieren sich in dem Bereich.   Doch es ist ein Thema für große Unternehmen, betont Christoph  Winkler, Rechtsanwalt  in der Kanzlei   Menold  Bezler. Im Mittelstand sei diese Idee aber   noch  nicht angekommen. Dabei habe Baden-Württemberg  tolle  Unternehmen und  viele Hidden Champions,  fügt   Investor  Alec Rauschenbusch hinzu.
Auch  Sascha Karimpour ist  von der Idee begeistert. „Das ist ein super-positiver  Trend“,  lobt   der Startup-Experte  von  Plug &  Play Germany.  Baden-Württemberg sei zwar noch nicht so weit wie  das Silicon Valley oder wie Berlin, aber   es entwickele sich. Doch, warnt Siebert, vor  lauter Technik­begeisterung dürfe man die Auswahlkriterien  nicht aus den Augen verlieren.  Ansonsten, so befürchtet er,   könne es für einen  Konzern teuer werden.
Das Korsett  von Daimler  ist  weiter.  Der Autokonzern  stemmt gemeinsam mit Plug & Play  und  Partnern wie Porsche, ZF und BASF    die  Startup-Autobahn.  Bei Veranstaltungen stellen sich Gründer vor,  um gemeinsam mit Partnern  Projekte zu realisieren. Es ist allerdings klar, dass bei solchen Startup-Kooperationen und Kapitalbeteiligungen die etablierten Firmen den Takt angeben – deren Interessen nicht unbedingt mit den Visionen der Gründer selbst identisch sind.

Die erste Folge der Serie erschien am 11. Mai.

Die Teilnehmer
Nicole Hoffmeister-Kraut (Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau),  Sascha Karimpour (Startup-Experte von Plug & Play Germany/Startup Autobahn),  René Marius Köhler (Investor, Koehler Group), Alec Rauschenbusch (Investor, Grazia Equity), Philipp Rose (Leiter von Robert Bosch Venture Capital),   Christof Siebert (Leiter Technologiemanagement Trumpf),  Adrian Thoma, (Gründer der Innovationsplattform Pioniergeist),  Michael Völter (Vorstandsvorsitzender Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse), Christoph Winkler (Managing Partner, Menold Bezler Rechtsanwälte), Michael Ziegler (Gründer, Grillido).  

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